Die Nazis hatten in Österreich hunderttausende Menschen ermordet und vertrieben. Die Folge: Sogar nach 1945 sagte zeitweise eine knappe Mehrheit, das NS-Regime wäre eine gute Idee, die nur schlecht durchgeführt wurde. Und diese Überzeugung haben diese Personen dann an ihre Nachkommen weitergegeben. Ihr wollt wissen, warum Österreich heute ist, wie es ist? Da habt ihr die Antwort:
Als Zensur einen Sinn hatte
In Österreich ging nach 1945 vor allem der Rat der Alliierten gegen NS-Verharmlosung, Antisemitismus und Deutschtümelei vor – doch nicht konsequent
Es gibt Momente, in denen sogar ein Präsident der Pressefreiheitsorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) der Zensur etwas abgewinnen kann. Die Jahre nach der NS-Herrschaft, nach 1945, waren solche Momente für Fritz Hausjell, Historiker, Kommunikationswissenschafter und ROG-Österreich-Präsident.
NS-Verharmlosung und Revisionismus beschäftigten den Alliierten Rat nach der Wiederverkündigung der Pressefreiheit in Österreich.
"Unfähig, Demokratie zu leben"
In den ersten Jahren nach 1945 sei ein erheblicher Teil der österreichischen Bevölkerung durch das NS-Regime politisch geformt gewesen, blickt Hausjell zurück. Er war geradezu "unfähig, Demokratie zu leben". Also drohte die Gefahr, "dass die Freiheiten des neu geschaffenen demokratischen Staates von alten und neuen Nationalsozialisten zur Zerstörung der Demokratie missbraucht würden". Sein Schluss: "Angesichts demokratiebedrohender Medieninhalte muss man wohl in derartigen gesellschaftspolitischen Situationen Zensurmaßnahmen positive Züge abgewinnen."
Die Gefahr belegen Umfragen der US-Streitkräfte in Österreich ab 1946. Nur einmal, im Herbst 1946, nannte eine knappe Mehrheit den Nationalsozialismus eine schlechte Idee, meist sagte das ein Drittel der Befragten. Rund 30 Prozent sahen darin eine nur schlecht durchgeführte, aber gute Idee, zeitweise schlossen sich dieser Position bis zu 51 Prozent an.
Nicht nur "entschlossener Kampf"
www.derstandard.at
Als Zensur einen Sinn hatte
In Österreich ging nach 1945 vor allem der Rat der Alliierten gegen NS-Verharmlosung, Antisemitismus und Deutschtümelei vor – doch nicht konsequent
Es gibt Momente, in denen sogar ein Präsident der Pressefreiheitsorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) der Zensur etwas abgewinnen kann. Die Jahre nach der NS-Herrschaft, nach 1945, waren solche Momente für Fritz Hausjell, Historiker, Kommunikationswissenschafter und ROG-Österreich-Präsident.
NS-Verharmlosung und Revisionismus beschäftigten den Alliierten Rat nach der Wiederverkündigung der Pressefreiheit in Österreich.
"Unfähig, Demokratie zu leben"
In den ersten Jahren nach 1945 sei ein erheblicher Teil der österreichischen Bevölkerung durch das NS-Regime politisch geformt gewesen, blickt Hausjell zurück. Er war geradezu "unfähig, Demokratie zu leben". Also drohte die Gefahr, "dass die Freiheiten des neu geschaffenen demokratischen Staates von alten und neuen Nationalsozialisten zur Zerstörung der Demokratie missbraucht würden". Sein Schluss: "Angesichts demokratiebedrohender Medieninhalte muss man wohl in derartigen gesellschaftspolitischen Situationen Zensurmaßnahmen positive Züge abgewinnen."
Die Gefahr belegen Umfragen der US-Streitkräfte in Österreich ab 1946. Nur einmal, im Herbst 1946, nannte eine knappe Mehrheit den Nationalsozialismus eine schlechte Idee, meist sagte das ein Drittel der Befragten. Rund 30 Prozent sahen darin eine nur schlecht durchgeführte, aber gute Idee, zeitweise schlossen sich dieser Position bis zu 51 Prozent an.
Nicht nur "entschlossener Kampf"
Als Zensur einen Sinn hatte
In Österreich ging nach 1945 vor allem der Rat der Alliierten gegen NS-Verharmlosung, Antisemitismus und Deutschtümelei vor – doch nicht konsequent