Armutsgefährdet in Österreich: Wenn viele Euro auf ein gutes Leben fehlen
Die Zahl armutsgefährdeter Menschen hat im Vergleich zum Vorjahr um 157.000 Personen zugenommen. Woran das liegt, was Betroffene bräuchten – und was die Caritas dazu sagt
Die Schere zwischen Arm und Reich geht in Österreich weiter auf, Menschen mit wenig Geld kommen mit ihren Ausgaben zunehmend nicht zurecht. Das sei auch in den Caritas-Sozialberatungsstellen zu spüren, schildert Caritas-Generalsekretärin Anna Parr im STANDARD-Gespräch: "Der Zulauf ist weiterhin sehr hoch."
Konkret docken bei der Caritas mehr Frauen als Männer an, oft sind sie alleinerziehend, sagt Parr. Viele befinden sich in einer komplexen Situation: "Immer mehr Menschen haben sogenannte Multiproblenlagen: Jobverlust und alleinerziehend, kein Unterhalt vom Partner, Wohnkosten, die über den Kopf wachsen." Überhaupt seien hohe Mieten und Energierechnungen bei Menschen in den unteren Einkommenssegmenten ein Hauptgrund für eine Existenz in Armut: "Sie leben in der Regel zur Miete in schlecht isolierten Wohnungen, was das Heizen teuer macht."
18,6 Prozent an der Armutsschwelle
In Zahlen bildet sich diese Entwicklung in der Erhebung zu den Einkommen und Lebensbedingungen der Statistik Austria 2025 ab. Laut dieser sind 18,6 Prozent der Bevölkerung armuts- und ausgrenzungsgefährdet, um 1,7 Prozent mehr als 2024 – 1,686.000 Personen. Der 2025er-Statistik liegen Verwaltungsdaten aus dem Jahr 2024 zugrunde: "Etwa Lohnsteuer- und AMS-Daten, Statistiken zu Schüler-, Studierenden- und Familienbeihilfen", zählt Nadja Lamei, zuständige Projektmanagerin bei der Statistik Austria, auf.
Die Zahl armutsgefährdeter Menschen hat im Vergleich zum Vorjahr um 157.000 zugenommen. Woran das liegt, was Betroffene bräuchten – und was die Caritas dazu sagt
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