Aktuelles
  • Herzlich Willkommen im Balkanforum
    Sind Sie neu hier? Dann werden Sie Mitglied in unserer Community.
    Bitte hier registrieren

Nachrichten aus Afrika

Amnesty: Repressionen gegen LGBTQ-Menschen in Afrika
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) hat vor zunehmender gesetzlicher Diskriminierung von LGBTQ-Menschen in mehreren afrikanischen Ländern gewarnt. Die englische Abkürzung LGBTQ steht für lesbisch, schwul, bisexuell, transgender und queer.

Vergangenes Jahr seien in vielen Ländern Afrikas LGBTQ-Organisationen verboten und Versammlungen aufgelöst worden, erklärte die Referentin für Afrika bei AI in Deutschland, Franziska Ulm-Düsterhöft, heute.

„Übergriffe auf lesbische, schwule, bisexuelle, trans und intergeschlechtliche Menschen sowie Verhaftungen sind an der Tagesordnung“, so Ulm-Düsterhöft. AI zufolge kriminalisieren 31 afrikanische Länder einvernehmliche gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen.

Verschärfungen durch neue Gesetze
Als Beispiel nannte die Organisation Uganda, wo im Mai eines der weltweit strengsten Gesetze gegen Homosexuelle verabschiedet wurde. Doch auch in Ländern wie Ghana seien LGBTQ-Menschen „bereits jetzt einer ganzen Reihe von Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt“. Auch dort könnte das Parlament demnach bald „einen der schärfsten Gesetzesentwürfe“ gegen LGBTQ „auf dem gesamten Kontinent“ verabschieden.

 
Wo bleiben die Aufschreie der Hamas Jubler im Sudan-Konflikt?
UNICEF: 24 Mio. Kindern im Sudan droht „Katastrophe“
Das UNO-Kinderhilfswerk (UNICEF) hat wegen des seit neun Monaten anhaltenden Bürgerkriegs im Sudan vor einer „Generationenkatastrophe“ für die 24 Millionen Kinder im Land gewarnt. Der Konflikt gefährde die Gesundheit und das Wohlbefinden der Kinder, sagte der UNICEF-Vertreter im Sudan, Mandeep O’Brien, der Nachrichtenagentur AFP. Bei Kämpfen in der Nacht auf gestern wurden nach Angaben einer Gruppe von prodemokratischen Anwälten und Anwältinnen mindestens 33 Zivilpersonen getötet.

Laut O’Brien sind rund die Hälfte der mehr als sieben Millionen durch den Krieg Vertriebenen Kinder. Der Sudan sei mit der „größten Vertreibungskrise der Welt“ konfrontiert, sagte er. Das Land brauche Frieden, forderte der UNICEF-Vertreter. „Ohne dringende Maßnahmen werden in diesem Jahr fast 20 Millionen Kinder im Sudan nicht zur Schule gehen“, warnte er. Die Zukunft des Landes stehe auf dem Spiel. 14 Millionen Kinder bräuchten dringend humanitäre Hilfe.

Blutiger Machtkampf
In dem nordostafrikanischen Land liefern seit Mitte April die Truppen von Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan der RSF-Miliz seines früheren Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo einen blutigen Machtkampf. Schätzungen zufolge wurden dabei schon mehr als 12.000 Menschen getötet.

Am Donnerstag wurden 23 Zivilpersonen bei Luftangriffen auf den Khartumer Stadtteil Soba getötet, berichtete die Gruppe Emergency Lawyers. Die Armee hat im Sudan nach wie vor die Lufthoheit. Zudem seien zehn Zivilpersonen durch Artilleriefeuer in Wohngebieten und auf dem örtlichen Markt getötet worden, so die Gruppe.

Der Schwerpunkt des Krieges hat sich zuletzt von Khartum in Richtung Süden in den Bundesstaat al-Dschasira verlagert, in den zuvor Hunderttausende Menschen vor den Kämpfen geflohen waren. Daglos RSF kontrolliert die Hauptstadt Khartum und einen Großteil der westlich gelegenen Region Darfur.

 
UNO-Friedenstruppe beginnt Abzug aus DR Kongo
Der Abzug der UNO-Friedenstruppe aus der Demokratischen Republik Kongo (DRC) in Zentralafrika hat begonnen. Außenminister Christophe Lutundula gab den Start gestern bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Chef der Friedensmission MONUSCO, Bintou Keita, in der Hauptstadt Kinshasa bekannt.

Lutundula und Keita sagte zu, sich für einen „vorbildlichen“ Abzug einzusetzen. Dieser solle nun in drei Phasen erfolgen und Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Der UNO-Sicherheitsrat hatte im Dezember für einen beschleunigten Abzug der Friedenstruppe gestimmt, nachdem die Regierung in Kinshasa das zuvor monatelang gefordert hatte – trotz immer noch andauernder Gewalt im Osten des Landes. Die Regierung warf der UNO-Truppe vor, die Bevölkerung nicht wirkungsvoll vor den in der Region aktiven bewaffneten Milizen zu schützen.

Trotz anhaltender Gewalt durch Milizen
Mehrere Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats, darunter die USA, hatten Zweifel angemeldet, dass die kongolesische Armee die MONUSCO beim Schutz der Bevölkerung ersetzen kann. UNO-Missionen können allerdings nur mit Zustimmung der jeweiligen Gastländer agieren, so dass der Sicherheitsrat schließlich einlenkte.

 
Sudan in Gewaltspirale gefangen
Neun Monate nach Beginn der Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Milizen im Sudan hat die Krise ein neues Ausmaß erreicht: Der Alltag der Bevölkerung ist gezeichnet von Flucht, Gewalt und Plünderungen. Die Versorgungslage verschlechterte sich zuletzt zunehmend. Auf der Suche nach Schutz und Hilfe ziehen viele Vertriebene von Ort zu Ort, wie Geflüchtete der NGO Ärzte ohne Grenzen (MSF) nun berichteten.

„Zivilisten sind die einzigen, die leiden“, erzählt ein mehrfach vertriebener Sudanese der NGO. In der Hauptstadt Khartum kam es im April zu einem blutigen Machtkampf zwischen den Truppen von Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan und der paramilitärischen Gruppe Rapid Support Forces (RSF) seines früheren Stellvertreters Mohammed Hamdan Dagalo, bekannt als Hemeti. Eigentlich hätte RSF der Armee unterstellt und die Macht im Land wieder an eine zivile Regierung übertragen werden sollen. Stattdessen weiteten sich die Kämpfe im Frühjahr 2023 auf mehrere Regionen aus. Schätzungen zufolge wurden dabei mehr als 12.000 Menschen getötet.

„Die Situation wurde unerträglich“, erinnert sich eine aus der Stadt Omdurman – sie liegt neben der Hauptstadt Khartum – geflüchtete Frau an den Beginn der Gefechte. Gemeinsam mit ihren Kindern flüchtete sie wie viele andere aus dem Bundesstaat al-Khartum in den benachbarten Bundesstaat al-Dschasira. Die medizinische Versorgung an Ort und Stelle war mangelhaft. Besonders prekär ist die Lage, seitdem die Provinzhauptstadt Wad Madani im vergangenen Monat von den RSF-Milizen erobert wurde.

 
„Klickarbeit“: Afrikas Rolle im KI-Zeitalter
Prekäre Arbeit für globale Technologie-Giganten in Uganda und Kenia
Die Welt der Technologie entwickelt sich rasant, und künstliche Intelligenz (KI) steht im Zentrum dieses Fortschritts. Doch hinter den Kulissen dieser glitzernden Zukunft verbirgt sich eine weniger bekannte Realität: In Afrika, genauer gesagt in Uganda und Kenia, trainieren junge Menschen in mühsamer, monotoner Handarbeit die KI-Systeme großer Technologiekonzerne wie Meta, Nasa und Tesla.

Dies geschieht unter prekären Bedingungen, die Fragen nach der Ethik und Nachhaltigkeit solcher Arbeitsverhältnisse aufwerfen.

Die unsichtbare Handarbeit hinter KI
In einem großen, stickigen Raum in Kampala, Uganda, arbeiten 150 junge Menschen dicht gedrängt hinter Computern. Ihre Aufgabe ist es, KI-Systeme durch wiederholtes Anklicken von Bildern zu trainieren – sei es das Markieren von reifen Äpfeln für eine Erntedrohne oder das Nachzeichnen von Fahrbahnmarkierungen für autonome Fahrzeuge.

Diese scheinbar einfache Aufgabe ist entscheidend für das Funktionieren und die Genauigkeit der KI. Ohne diese „Klickarbeit“ gäbe es viele der heutigen technologischen Innovationen nicht.

Die Rolle von Sama und anderen Start-up-Unternehmen
Im Zentrum dieser Entwicklung steht Sama, ein Start-up-Unternehmen in Afrika, das diese arbeitsintensiven Aufgaben für internationale Tech-Giganten übernimmt.

Neben Sama gibt es zahlreiche ähnliche Unternehmen auf dem afrikanischen Kontinent, die sich auf das Training von KI spezialisiert haben. Auf den ersten Blick scheinen diese Start-ups Chancen und Möglichkeiten in ihre Länder zu bringen. Doch die Realität ist komplexer und hat viele Schattenseiten.

Prekäre Arbeitsverhältnisse

 
Zurück
Oben