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Nachrichten aus Afrika

Sierra Leone in den Fängen der Droge Kush

Der Präsident von Sierra Leone, Julius Maada Bio, hat wegen des hohen Drogenkonsums in dem westafrikanischen Staat den Notstand ausgerufen. „Unser Land steht derzeit vor einer existenziellen Bedrohung durch die verheerenden Auswirkungen von Drogen und Drogensucht, vor allem durch die synthetische Droge Kush“, sagte Bio in der Nacht auf Freitag in einer Rede an die Nation. Schätzungsweise ein Dutzend Menschen sterben in Sierra Leone pro Woche an dem gefährlichen Rauschgiftmix.

Kush tauchte vor wenigen Jahren erstmals in Sierra Leone auf. Die von kriminellen Banden hergestellte und vertriebene Droge kostet in der Regel fünf Leones (20 Cent) pro Joint, viele Konsumenten und Konsumentinnen geben jedoch mehr als neun Euro pro Tag aus – ein Vermögen für ein Land mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen von unter 500 Euro pro Jahr. Mit der traditionellen Cannabissorte Kush, die ursprünglich aus der Region des Hindukusch-Gebirges in Zentralasien stammt, hat das neue Rauschgift nichts gemein.


 
Russland schickt Waffen und Ausbildner nach Niger
Russland hat dem westafrikanischen Niger ein Luftabwehrsystem und 100 Militärausbildner geschickt. Das Militärpersonal des russischen Verteidigungsministeriums solle das System installieren und die nigrischen Soldaten im Umgang damit schulen, berichtete gestern Abend der staatliche nigrische Sender RTN. Vorangegangen sei bereits Ende März ein Telefonat des Juntachefs Abdourahamane Tiani mit Russlands Präsident Wladimir Putin.

Niger war bis zum Militärputsch im vergangenen Juli der letzte demokratische Verbündete europäischer Staaten und der USA in der strategisch wichtigen Sahelzone in Westafrika, in der sich islamistische Terrorgruppen ausbreiten. Im März beendete die Junta ihre militärische Kooperation mit den USA.

Sahelzone wendet sich vom Westen ab
Niger habe seit der Machtergreifung des Militärs am 26. Juli einen neuen Weg eingeschlagen, der zu einer Diversifizierung seiner Partner führe, um seine Souveränität gegenüber der Welt zu behaupten, hieß es in dem Beitrag weiter.

Putin und Tiani hätten über die „Stärkung einer sektorübergreifenden und umfassenden strategischen Zusammenarbeit zwischen Niger und Russland zur Bewältigung der aktuellen Bedrohungen, insbesondere im Sicherheitsbereich“, gesprochen.

Niger wendet sich wie zuvor seine Nachbarn Mali und Burkina Faso von den westlichen Partnern, insbesondere der Ex-Kolonialmacht Frankreich, ab und Russland zu. Alle drei Länder werden nach Umstürzen vom Militär regiert.

 
Tod von Soldaten im Kongo stellt SADC-Mission infrage
Sie sollten helfen, den Krieg im Kongo zu beenden: Drei tansanische Soldaten sind bei ihrem Einsatz gegen die M23-Rebellen ums Leben gekommen. Es zeigt sich einmal mehr, wie schwach die SADC-Mission ausgestattet ist.

Der Einsatz gegen Rebellen im Osten der Demokratischen Republik Kongo hat erneut Soldaten aus dem Ausland das Leben gekostet. Die drei Tansanier waren im Rahmen einer Mission der südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft SADC dort stationiert. Sie wurden getötet, als Rebellen ihre Stellungen mit Granaten beschossen. Drei weitere SADC-Soldaten wurden bei dem Angriff verletzt.

Wieder steht die Frage im Raum, inwieweit die noch junge SADC-Mission im Kongo (SAMIDRC) in der Lage ist, die Rebellion der M23 (Bewegung des 23. März) zu beenden.

Neben tansanischen Soldaten kämpfen auch Südafrikaner und Malawier in der Mission. Die ersten SADC-Truppen waren im Dezember entsandt worden, nachdem das Mitgliedsland DR Kongo einen Hilferuf gestartet hatte. Die Regierung in Kinshasa hatte sich auf den Verteidigungspakt des Staatenbunds berufen.


 
Weiter keine Lösung in Sicht
Am 15. April 2023 haben Kämpfer der paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) in der sudanesischen Hauptstadt Khartum mehrere Armeelager angegriffen. Seither erschüttert ein blutiger Konflikt das flächenmäßig drittgrößte Land Afrikas, für den sich auch ein Jahr nach Beginn keine Lösung abzeichnet. Das Leid der Zivilbevölkerung ist unermesslich. Millionen Menschen sind auf der Flucht.

Die Wurzeln des Konflikts reichen Jahre zurück. 2019 zwangen monatelange Massenproteste der Bevölkerung den islamistischen Langzeitherrscher Omar al-Baschir zum Rücktritt. Organisationen aus der Demokratiebewegung und des Militärs bildeten daraufhin eine Übergangsregierung, die bis zur Abhaltung freier Wahlen im Amt hätte bleiben sollen.

2021 kam es zum Putsch. Armee und RSF drängten die zivile Regierung aus dem Amt. Armeeführer Abdel Fattah al-Burhan übernahm die Macht, RSF-Chef Mohammed Hamdan Daglo, bekannt als Hemeti, wurde sein Stellvertreter. Nach internationaler Vermittlung wurde ein neuer Prozess für den Übergang zur Demokratie vereinbart.

 
Geberkonferenz: Zwei Mrd. Euro Hilfszusagen für Sudan
Bei der Hilfskonferenz für den von Gewalt erschütterten Sudan sind über zwei Milliarden Euro an Unterstützung zugesichert worden. Das sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron gestern zum Abschluss des internationalen Treffens in Paris. „Wir vergessen nicht, was im Sudan passiert, und bleiben mobilisiert“, sagte Macron, der von einer der schlimmsten humanitären Krisen weltweit und dem Risiko einer Hungersnot sprach.

„Der Umfang unseres Engagements wird es uns ermöglichen, die dringendsten Bedürfnisse in den Bereichen Ernährung, Gesundheit, Wasser, Hygiene, Bildung und beim Schutz der am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen abzudecken.“

Die Gespräche in Paris hätten sich auch um eine bessere Koordinierung der Bemühungen um Frieden und eine Beendigung des Konflikts gedreht, sagte der französische Präsident.

 
Ein Jahr Krieg im Sudan "Sie waren Monster, keine Menschen"

Vor einem Jahr eskalierte im Sudan der Machtkampf zweier Generäle. Seitdem versinkt das Land in Chaos und Gewalt. Hunderttausende Menschen sind geflohen. Werden die Täter irgendwann zur Rechenschaft gezogen?

Die Sonne brennt unerbittlich, das Personal hat die Seiten des Krankenhauszeltes geöffnet, damit zumindest etwas frische Luft zu den Patientinnen und Patienten hereinströmt. Auf den Betten liegen Kinder und Erwachsene, die meisten kämpfen mit schlecht verheilenden Schusswunden. "Die Menschen, die Opfer sexueller Gewalt wurden, liegen woanders", sagt Amadou Yacoubs und seufzt.

Yacoubs kommt aus dem Niger und arbeitet für die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen". "So eine Krise wie hier in Adré habe ich noch nicht erlebt", sagt er.

Adré ist eine kleine Stadt ganz im Osten des Tschad, direkt an der Grenze zur sudanesischen Region Darfur. Wenn auch außerhalb der eigentlichen Kriegsschauplätze gelegen, wird das Elend des Sudan-Konflikts hier sehr greifbar. Hunderttausende Sudanesinnen und Sudanesen sind in den letzten zwölf Monaten nach Adré geflohen. Verwundete, traumatisierte, völlig erschöpfte Menschen, oft mit kaum mehr im Gepäck als den Kleidern, die sie am Leibe tragen.
Täglich fliehen mehr Menschen in den Tschad

 
USA erklären sich zu Abzug von Truppen aus dem Niger bereit
Das Land war für die USA und Frankreich ein wichtiger Ausgangspunkt für Einsätze gegen Dschihadisten. Die letzten französischen Soldaten verließen es im Dezember

Die USA haben sich nach Angaben von Regierungsvertretern dazu bereit erklärt, ihre mehr als 1.000 Soldaten aus dem Niger abzuziehen. US-Vizeaußenminister Kurt Campbell habe die Aufforderung zum Truppenabzug bei einem Treffen in Washington mit dem nigrischen Ministerpräsidenten Ali Mahaman Lamine Zeine akzeptiert, sagten US-Regierungsvertreter am Freitag der Nachrichtenagentur AFP.

 
Warnung vor „letztem Kampf“ in Darfur
US-Fachleute warnen vor einem „letzten Kampf“ in der Region Darfur im Westen des Sudan, bei dem Hunderttausende Menschen ins Kreuzfeuer zwischen Regierungstruppen und der Miliz Rapid Support Forces (RSF) geraten könnten. Die Entscheidungsschlacht um die Regionalhauptstadt al-Faschir könnte bevorstehen, hieß es Donnerstagabend.

Al-Faschir ist der letzte Ort in der Provinz, die noch unter der Kontrolle der sudanesischen Armee (SAF) steht. 800.000 Menschen leben in der Stadt, 700.000 davon sind Binnenvertriebene. Bereits vor einem Jahr kam es in al-Faschir zu Kämpfen. Unter Vermittlungen lokaler politischer Kräfte wurde ein Waffenstillstand ausgehandelt. Die ohnehin brüchige Vereinbarung fiel vor etwa einem Monat komplett auseinander, als die RSF die Stadt Melit und weitere Ortschaften um al-Faschir angriff.

Fachleute der US-Universität Yale warnten nun nach Auswertung von Satellitenaufnahmen und weiteren Daten vor der Entscheidungsschlacht um die Stadt. Nachdem die Regierungstruppen in den vergangenen Tagen den Aufnahmen zufolge ihre Verteidigungsstellungen zwischen al-Faschir und dem in der Nähe gelegenen Flüchtlingslager ZamZam aufgegeben hätten, sei das Lager ungeschützt, sagte Nathaniel Raymond, Leiter des Humanitarian Research Lab an der Yale University.

Massaker vor 20 Jahren

 
DUTZENDE TOTE
Kein Ende der Fluten in Kenia in Sicht
Die Überschwemmungen in Kenia nehmen ungeahnte Ausmaße an: Seit März kamen bereits 76 Menschen ums Leben, wie die Regierung in Nairobi am Samstag mitteilte. Zugleich warnte sie die Bevölkerung vor weiteren, „noch heftigeren Regenfällen“.

Kenia und ein großer Teil Ostafrikas werden nun schon seit Wochen von heftigen Regenfällen heimgesucht, die auf das Klimaphänomen „El Nino“ zurückgeführt werden. Laut dem kenianischen Regierungssprecher Isaac Mwaura sind alle fünf Stau-Becken am Fluss Tana randvoll.

Für die kommenden Tage werde daher vor weiteren, starken Überschwemmungen gewarnt. Die Menschen an den betroffenen Flussabschnitten wurden aufgerufen, sich in höher gelegenen Gebieten in Sicherheit zu bringen.

Nairobi am stärksten betroffen
Die Opferzahl in Kenia liege derzeit bei 76, zudem gebe es 29 Verletzte und 19 Vermisste. Mehr als 130.000 Menschen hätten ihre Häuser verlassen müssen. Am schwersten betroffen von dem Hochwasser sei bisher die Hauptstadt Nairobi mit 32 Todesopfern und mehr als 16.900 Vertriebenen.

 
Journalisten in Südsudan: Die Hölle auf Erden
Der Südsudan ist ein extrem gefährlicher Ort für Journalisten. Joseph Oduha berichtet von seinem eigenen Schicksal und dem seiner Kollegen.

Nach 13 Jahren Bürgerkrieg ist der Südsudan immer noch ein extrem gefährlicher Ort für Journalisten, die ihren Beruf ohne staatliche Eingriffe ausüben wollen. Für Journalisten ist es höchst riskant, sich mit ihren Kameras in der Öffentlichkeit zu bewegen oder Interviews zu führen, selbst auf Marktplätzen.

Im Dezember 2013 erodierte die unabhängige Presse im Südsudan nach dem Ausbruch des Bürgerkriegs. Die Regierung schloss den zivilen und politischen Raum und machte es politischen Kritikern, Medien, Aktivisten der Zivilgesellschaft und Menschenrechtsverteidigern schwer, frei über die Lage im Land zu sprechen.

 
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