Noch vor kurzem war die Begeisterung für das autoritäre Spektakel grenzenlos. Donald Trump wurde als Messias der Ordnung gefeiert, als der Mann, der endlich „aufräumt“ und die westliche Welt rettet. Allen voran die FPÖ und ihr Chef Herbert Kickl konnten nicht genug von der US-amerikanischen „Redemokratisierung“ schwärmen, die man so dringend auch in Österreich brauche.
Wer vor der Unberechenbarkeit dieser Politik warnte, wurde als „politisch eher links“ diffamiert.
Heute brennt der Nahe Osten. Die Folgen spüren wir in Österreich bei jedem Blick auf die Preistafeln der Tankstellen. Der Dieselpreis hat die 2-Euro-Marke längst hinter sich gelassen, ein Ende der Spirale ist nicht in Sicht. Die Weltwirtschaft steuert auf einen finsteren Abgrund zu und die Inflation steht schon in den Startlöchern.
Jetzt stellt sich eine brennende Frage: Wo ist eigentlich der Applaus geblieben?
Wo sind die lautstarken Trump-Fans der FPÖ, die uns diesen Mann als Vorbild verkauft haben?
Warum hört man von Herbert Kickl jetzt keine Jubelrufe über die „harte Hand“, die gerade unsere wirtschaftliche Existenzgrundlage zertrümmert? Warum wird Trump jetzt nicht als „Retter“ gefeiert, während er einen Flächenbrand entfacht, der den österreichischen Autofahrern das Geld aus der Tasche zieht?
Das Schweigen ist ohrenbetäubend.
Wer Trump als Vorbild für Österreich gefordert hat, muss jetzt auch die Verantwortung für das Chaos übernehmen. Wer ihn zum Retter der Welt erklärt hat, darf jetzt nicht verstummen, wenn diese „Rettung“ in einer globalen Wirtschaftskrise endet.
Wer für den starken Mann klatscht, darf sich nicht in die Büsche schlagen, wenn dieser Mann die Welt anzündet. Euer Schweigen ist das lauteste Geständnis eures politischen Bankrotts.