UNHCR-Europachef
Aus Flüchtlingskrise „nicht genug gelernt“
Hunderttausende Flüchtlinge sowie Migrantinnen und Migranten sind vor zehn Jahren in Europa angekommen. Das Erstaufnahmezentrum Traiskirchen in Niederösterreich war rasch überfüllt, mit 5. August 2015 nahm es keine Menschen mehr auf. Die Bilder von damals bewegen die EU und Österreich bis heute. „Europa hat nicht genug aus der Situation gelernt“, sagte der Europachef des UNO-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), Philippe Leclerc, im ORF.at-Interview.
Leclerc war in den vergangenen zehn Jahren unter anderem als UNHCR-Vertreter in Griechenland (2015–2021) und der Türkei (2021–2023) im Einsatz. Seit Herbst 2023 leitet er das Europabüro des Flüchtlingshilfswerks. „Das Jahr 2015 war in der Tat ein Versagen sowohl der europäischen als auch der allgemeinen internationalen Reaktion“, sagte er.
Das „Versäumnis, Flüchtlinge in der Nähe jener Staaten, aus denen sie geflohen waren – speziell Syrien –, zu unterstützen“, führte dazu, dass sich eine Million Menschen in Richtung Europa aufmachten, so Leclerc. In Syrien wütete damals seit Jahren ein Bürgerkrieg, in Eritrea nahmen Repressalien gegen die Bevölkerung zu. Parallel verschlechterte sich die Versorgungslage von Flüchtlingen in Ländern wie dem Libanon, Jordanien und dem Irak. Hilfsprogramme waren unterfinanziert. Perspektiven gab es kaum. Das UNHCR schlug Alarm – vergeblich.
„Festung Europa“ statt offener Grenzen
Die EU war auf die Menschenmassen im Frühling und Sommer 2015 kaum bis gar nicht vorbereitet. Griechenland und Italien, wo viele erstmals europäischen Boden berührten, ließen unzählige Menschen unregistriert in andere EU-Staaten weiterziehen. Das Dublin-System, das die Zuständigkeit zur Durchführung von Asylverfahren in der EU regelt, scheiterte. Im Mittelmeer ertranken Hunderte Menschen.
orf.at
Wie ich schon immer erwähnt habe und jetzt wurden die Hilfsgelder wieder gekürzt. Leclerc hat es diplomatisch formuliert mit "nicht genug gelernt". Da wurden die "Geld-Kürzer" dieser Hilfsprogramme bejubelt, weil sie mit "Ausländer raus" Wahlkampf geführt haben.
Leider haben die Wähler noch viel aus dieser Krise gelernt und wählen nach wie vor die "Ausländer raus" Rufer, die aber absolut keine Ahnung haben und sich auf die Kürzung der Hilfsgelder versteifen. Wie sagt dauernd die FPÖ "Unser Geld für unsere Leut".
Aus Flüchtlingskrise „nicht genug gelernt“
Hunderttausende Flüchtlinge sowie Migrantinnen und Migranten sind vor zehn Jahren in Europa angekommen. Das Erstaufnahmezentrum Traiskirchen in Niederösterreich war rasch überfüllt, mit 5. August 2015 nahm es keine Menschen mehr auf. Die Bilder von damals bewegen die EU und Österreich bis heute. „Europa hat nicht genug aus der Situation gelernt“, sagte der Europachef des UNO-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), Philippe Leclerc, im ORF.at-Interview.
Leclerc war in den vergangenen zehn Jahren unter anderem als UNHCR-Vertreter in Griechenland (2015–2021) und der Türkei (2021–2023) im Einsatz. Seit Herbst 2023 leitet er das Europabüro des Flüchtlingshilfswerks. „Das Jahr 2015 war in der Tat ein Versagen sowohl der europäischen als auch der allgemeinen internationalen Reaktion“, sagte er.
Das „Versäumnis, Flüchtlinge in der Nähe jener Staaten, aus denen sie geflohen waren – speziell Syrien –, zu unterstützen“, führte dazu, dass sich eine Million Menschen in Richtung Europa aufmachten, so Leclerc. In Syrien wütete damals seit Jahren ein Bürgerkrieg, in Eritrea nahmen Repressalien gegen die Bevölkerung zu. Parallel verschlechterte sich die Versorgungslage von Flüchtlingen in Ländern wie dem Libanon, Jordanien und dem Irak. Hilfsprogramme waren unterfinanziert. Perspektiven gab es kaum. Das UNHCR schlug Alarm – vergeblich.
„Festung Europa“ statt offener Grenzen
Die EU war auf die Menschenmassen im Frühling und Sommer 2015 kaum bis gar nicht vorbereitet. Griechenland und Italien, wo viele erstmals europäischen Boden berührten, ließen unzählige Menschen unregistriert in andere EU-Staaten weiterziehen. Das Dublin-System, das die Zuständigkeit zur Durchführung von Asylverfahren in der EU regelt, scheiterte. Im Mittelmeer ertranken Hunderte Menschen.
UNHCR-Europachef: Aus Flüchtlingskrise „nicht genug gelernt“
Hunderttausende Flüchtlinge sowie Migrantinnen und Migranten sind vor zehn Jahren in Europa angekommen. Das Erstaufnahmezentrum Traiskirchen in Niederösterreich war rasch überfüllt, mit 5. August 2015 nahm es keine Menschen mehr auf. Die Bilder von damals bewegen die EU und Österreich bis heute...
Wie ich schon immer erwähnt habe und jetzt wurden die Hilfsgelder wieder gekürzt. Leclerc hat es diplomatisch formuliert mit "nicht genug gelernt". Da wurden die "Geld-Kürzer" dieser Hilfsprogramme bejubelt, weil sie mit "Ausländer raus" Wahlkampf geführt haben.
Leider haben die Wähler noch viel aus dieser Krise gelernt und wählen nach wie vor die "Ausländer raus" Rufer, die aber absolut keine Ahnung haben und sich auf die Kürzung der Hilfsgelder versteifen. Wie sagt dauernd die FPÖ "Unser Geld für unsere Leut".