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Sammelthread: Israel/Nahost-Konflikt

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Crowdfunding: Wie Palästinenser ihre Ausreise finanzieren
Der Grenzübergang zwischen Rafah im Gazastreifen und Ägypten ist gesperrt. Doch wer genug zahlt, darf trotzdem passieren. Verzweifelte Palästinenser versuchen nun, im Internet Spenden für ihre Ausreise zu sammeln.

Die Grenze zwischen Ägypten und dem Gazastreifen ist geschlossen. Dennoch konnten immer mehr Palästinenser den Grenzübergang in Rafah passieren, um das Kriegsgebiet zu verlassen. Nötig sind dafür nur die richtigen Dokumente, die richtigen Kontakte und genug Bargeld.

"Seit Jahren bietet ein Netzwerk aus Reisebüros und Mittelsmännern in Ägypten und Gaza ein Schnellverfahren für die Ausreise über Rafah an, die Preise reichen von mehreren Hundert bis zu mehreren Tausend Dollar", schrieb das Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP), eine internationale Organisation für investigative Berichterstattung, Ende Januar. Früher habe die sogenannte "Koordination" zwischen 350 und 600 US-Dollar (etwa 320 bis 550 Euro) gekostet. Doch "je größer die Verzweiflung, desto besser das Geschäft", so die OCCRP.

"VIP-Service" für 1200 Dollar war einmal
Während Israel seine Militäroperation im Gazastreifen fortsetzt und teilweise die Versorgung mit Strom, Wasser, Lebensmitteln und medizinischer Hilfe blockiert, blüht das Geschäft mit der Ausreise an der ägyptischen Grenze. Im Mittelpunkt aktueller Medienberichte darüber steht das ägyptische Unternehmen Hala Consulting and Tourism. Recherchen deuten auf Verbindungen zu dem lokalen Tycoon Ibrahim a-Organi und möglicherweise zum ägyptischen Militär hin.

Seit 2019 bietet Hala am Grenzübergang Rafah einen "VIP-Service" an - zunächst kostete er 1200 US-Dollar (rund 1100 Euro). Seit Beginn der aktuellen Eskalation des Nahostkonflikts ist der Preis jedoch massiv gestiegen - nach unterschiedlichen Angaben auf 5000 oder gar mehr als 10.000 US-Dollar pro Erwachsenen.

 
Proteste gegen Israel bei Eröffnung von Holocaustmuseum
In Amsterdam wurde das erste Holocaustmuseum der Niederlande eröffnet. Während hohe Staatsvertreter vor wachsendem Antisemitismus warnten, demonstrierten Menschen gegen Israels Offensive im Gazastreifen.

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Überschattet von Protesten gegen Israels Angriffe im Gazastreifen ist in Amsterdam das neue nationale Holocaustmuseum eröffnet worden. Hohe Staatsvertreter, darunter der niederländische König Willem-Alexander, warnten bei der Feierstunde am Sonntag vor wachsendem Antisemitismus. »Giftige Worte und Taten können zu einer tödlichen Dynamik führen«, sagte er.

Auch der israelische Präsident Isaac Herzog nahm an der Eröffnung teil. Er beklagte, »Antisemitismus und Hass blühen erneut weltweit«. Er rief dazu auf, dagegen zu kämpfen. »Niemals wieder beginnt jetzt.«
Nahe der Feier in der »Portugiesischen Synagoge« demonstrierten mehr als 1000 Menschen gegen den Besuch von Herzog sowie Israels Angriffe auf den Gazastreifen, unter denen die palästinensische Zivilbevölkerung massiv leidet. In lauten Sprechchören warfen sie Israel Massenmord vor. Während der Demonstration kam es auch zu Zusammenstößen mit der Polizei.



 
Anstecknadeln auf der Bühne, Demonstrationen auf den Straßen
Die Academy-Awards 2024 waren politisch. Diverse Filmschaffende forderten mit roten Pins eine Waffenruhe im Gazakrieg, ein Preisträger sprach von »Entmenschlichung«. Rund um die Oscars gab es propalästinensische Demos.
Während der und rund um die 96. Verleihung der Oscars in Los Angeles ist mehrfach an den Krieg im Gazastreifen erinnert worden. Der britische Oscar-Preisträger Jonathan Glazer ging in seiner Dankesrede auf die Lage in Gaza ein.

Sein Drama »The Zone of Interest« über die Familie des Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß wurde in der Nacht zu Montag mit dem Oscar als bester internationaler Spielfilm ausgezeichnet.

»Alle unsere (filmischen) Entscheidungen haben wir getroffen, um uns in der Gegenwart zum Nachdenken anzuregen«, sagte der 58-jährige Glazer. »Nicht um zu sagen: »Schaut, was sie damals getan haben«, sondern: »Schaut, was wir heute tun.« Unser Film zeigt, wohin die Entmenschlichung in ihrer schlimmsten Form führt, sie hat unsere gesamte Vergangenheit und Gegenwart geprägt.«

 
Biden: Leid in Gaza zu Beginn des Ramadan im Vordergrund
US-Präsident Joe Biden hat zu Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan betont, wie wichtig er das Leid der Bevölkerung im Gazastreifen nimmt.

„Wenn sich Muslime in den kommenden Tagen und Wochen auf der ganzen Welt versammeln, um ihr Fasten zu brechen, wird für viele das Leid des palästinensischen Volkes im Vordergrund stehen. Es steht für mich im Vordergrund“, sagte er gestern (Ortszeit) anlässlich des Beginns des Ramadan.

Die USA setzten sich weiterhin unermüdlich für einen sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand zwischen der israelischen Armee und der militant-islamistischen Palästinenserorganisation Hamas von mindestens sechs Wochen ein, der Teil einer Vereinbarung zur Freilassung der Geiseln im Gazastreifen sein solle.

„Und wir werden weiter auf eine langfristige Zukunft mit Stabilität, Sicherheit und Frieden hinarbeiten. Dazu gehört eine Zweistaatenlösung, die Palästinensern und Israelis gleichermaßen Freiheit, Würde, Sicherheit und Wohlstand garantiert. Das ist der einzige Weg zu einem dauerhaften Frieden“, so Biden.

Netanjahu pocht auf Offensive in Rafah

 
Israels Polizei soll Hunderten Zugang zu Tempelberg verweigert haben
Israel will Muslimen das Beten an der Aksa-Moschee während des Ramadans erlauben. Doch schon am Vorabend des Fastenmonats sollen Sicherheitskräfte Berichten zufolge junge Männer gewaltsam am Zugang gehindert haben.
Israels Polizei hat israelischen Medien zufolge Hunderte junge Palästinenser daran gehindert, den Tempelberg zum ersten Gebet des muslimischen Fastenmonats Ramadan zu betreten. Einsatzkräfte hätten am Sonntagabend auch Schlagstöcke eingesetzt, berichtete die Zeitung »Haaretz« am Montag. Aufnahmen aus der Altstadt von Jerusalem von Sonntagabend, die in israelischen und sozialen Medien verbreitet wurden, sollen zeigen, wie Polizisten eine Menge mit Schlagstöcken zurückdrängten. Warum, war zunächst unklar. Die Echtheit der Aufnahmen ließ sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Medien meldeten starkes Gedränge und vereinzelte Zusammenstöße in Jerusalem. Mehreren jungen Menschen gelang es laut »Haaretz« dennoch, auf den Tempelberg zu kommen.

 
Netanjahus Frau schaltet sich in Bemühungen um Geiseln ein
Mit einer ungewöhnlichen Initiative versucht nun auch die Frau des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, eine Freilassung der von Hamas-Terroristen in den Gazastreifen verschleppten Geiseln zu erreichen. Sara Netanjahu wandte sich in einem gestern Abend veröffentlichten Brief an die Mutter des Emirs von Katar, Scheich Mosa Nasser al-Missned.

„Ich bitte Sie dringend, im Geiste des Ramadan, Ihren großen Einfluss geltend zu machen, um auf die Freilassung der israelischen Geiseln hinzuwirken“, schrieb Sara Netanjahu in dem Brief, der auf dem Account ihres Mannes auf X (Twitter) veröffentlicht wurde. Katar nimmt in den Verhandlungen über einen Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas eine wichtige Vermittlerrolle ein.

„Unvorstellbares Leid“
„Wir können nicht schweigen oder zurückstehen, wenn die Würde und die Sicherheit von Frauen auf dem Spiel stehen“, schrieb Sara Netanjahu weiter.

„Von Frau zu Frau muss unbedingt angesprochen werden, dass unter den Geiseln 19 Frauen unvorstellbares Leid ertragen müssen. Die Berichte über sexuellen Missbrauch und Vergewaltigung sind entsetzlich, und solche Taten gegen Frauen können nicht ignoriert oder toleriert werden.“ Das sei ein Aufruf zum Handeln, der über politische Grenzen hinausgehe und „an unsere gemeinsame Menschlichkeit und unsere gemeinsamen Werte appelliert“.

Zähe Verhandlungen über Feuerpause

 
Israel griff erneut Hisbollah-Stellungen im Libanon an
Die israelische Luftwaffe hat eigenen Angaben zufolge erneut Stellungen der proiranischen Schiiten-Miliz Hisbollah im Libanon angegriffen. Ziel seien zwei Stellungen der Hisbollah in der Bekaa-Ebene im Nordosten des Landes gewesen, teilte Israels Militär mit.

Die Standorte gehörten zu den Luftstreitkräften der Miliz, die verschiedene Angriffe auf Israel geplant und durchgeführt hätten, hieß es. Die Attacken der israelischen Luftwaffe seien eine Vergeltung für Luftangriffe der Hisbollah in den vergangenen Tagen gewesen, die die Golanhöhen zum Ziel gehabt hätten.

Auch libanesische Sicherheitskreise meldeten israelischen Beschuss. Im Nordostlibanon habe Israel vier Luftangriffe auf drei Hisbollah-Stellungen geflogen, dabei habe es Opfer gegeben.

Nach Angaben des Gouverneurs der Region ist bei vier israelischen Angriffen auf die ostlibanesische Stadt Baalbek mindestens ein Zivilist ums Leben gekommen. Mehrere Menschen seien verletzt, sagen der Gouverneur von Baalbek, Bashir Khader, der Nachrichtenagentur Reuters.

Erstes Bombardement im Ostlibanon
Einer der Luftangriffe habe den südlichen Eingang der Stadt getroffen, etwa zwei Kilometer von den antiken römischen Ruinen entfernt, erklärten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die drei anderen hätten nahe der Stadt Taraya, 20 Kilometer westlich von Baalbek, eingeschlagen.

 
Erstes Hilfsschiff für Gaza unterwegs
Das erste Schiff mit Hilfslieferungen für die Menschen im Gazastreifen über einen neuen Seekorridor hat in Zypern abgelegt. Die „Open Arms“ einer Nichtregierungsorganisation stach mit 200 Tonnen Hilfsgütern an Bord von Larnaca aus in See.

Sie hat vor allem Mehl, Reis und Proteinprodukte geladen. Der Transport ist ein Pilotprojekt, mit dem die Versorgung des Gazastreifens von See aus getestet werden soll.

Fachleute rechnen mit einer Fahrt von 48 bis 60 Stunden. Wo und wie das Schiff nach der Ankunft in den Gewässern vor der Küste des Gazastreifens seine Fracht löschen soll, ist unklar. Das Liefern der Güter gilt als große Herausforderung, weil es nur einen kleinen Fischerhafen gibt, der nicht tief genug für Frachtschiffe ist.

Schwierige Verteilung
Das Auslaufen der „Open Arms“ hatte sich unter anderem wegen Fragen der Entladung und der Verteilung der Hilfsgüter verzögert, teilte der zypriotische Außenminister Konstantinos Kombos mit. Eine zweite Ladung mit humanitärer Hilfe stehe schon bereit und könnte in den nächsten Tagen nach Gaza geliefert werden.

 
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