Droht eine neue Krise?
Üppige Steuersenkungen, teurer Krieg: Können die USA wirklich endlos neue Schulden machen?
Europa streitet darüber, ob drei Prozent Defizit zu hoch sind. In den USA und China soll die Neuverschuldung konstant bei sieben bis acht Prozent liegen. Nun werden Zweifel an dem Modell lauter
Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran wurde nicht nur militärisch asymmetrisch geführt. Auch der Unterschied bei den Kosten könnte kaum größer sein. Der Iran hat einen großen Teil seiner Angriffe mit Shahed-Drohnen durchgeführt. Diese zu produzieren, kostet das Land laut Militärexperten etwa 30.000 US-Dollar. Die von den USA abgefeuerten Tomahawk-Raketen kosten pro Stück rund 3,5 Millionen Dollar. Und das ist bei Weitem nicht alles. Dazu kommen noch die Ausgaben für die Stationierung der Flugzeugträger, für die Angriffseinsätze der Kampfflieger, für Reparaturarbeiten und den Ersatz von anderem Kriegsmaterial.
Die Harvard-Ökonomin Linda Bilmes hat eine erste Berechnung dazu aufgestellt, was der Krieg im Iran die USA bisher gekostet hat: Sie kommt auf eine Summe von zwei Milliarden US-Dollar am Tag. Der Wert ist etwas höher als vom Pentagon angegeben, was laut der Forscherin daran liegt, dass das US-Verteidigungsministerium falsch rechnet. Eine abgefeuerte Tomahawk-Rakete werde vom Pentagon mit den früheren Anschaffungskosten angesetzt, obwohl die Preise für das Kriegsgerät laufend steigen. Die langfristigen Kosten durch den Krieg taxiert die Ökonomin auf 1000 Milliarden für das Budget über die kommenden zehn Jahre. Der größte Teil davon entfällt auf Aufträge an die Rüstungsindustrie.
Die USA sind die größte Volkswirtschaft der Welt, sie sollten sich das im Prinzip leisten können. Doch der amerikanische Staatshaushalt befindet sich schon jetzt in einer Schieflage, ohne die anfallenden Kriegskosten in den kommenden Jahren überhaupt zu berücksichtigen.
Beispiellose Entwicklung
Der Internationale Währungsfonds hat am Mittwoch anlässlich seiner Frühjahrestagung neue Zahlen zur Entwicklung von Defiziten und Schuldenständen für seine 191 Mitgliedsländer präsentiert. Die Werte haben es in sich: Das US-Defizit soll nach einem leichten Rückgang im vergangenen Jahr heuer auf 7,5 Prozent der Wirtschaftsleistung (BIP) klettern und in etwa dieser Höhe bis einschließlich 2031 verbleiben. Die Experten des IWF schrieben im Hinblick auf die USA: "Ein derart anhaltend hohes Defizit sei beispiellos für die Periode nach dem Zweiten Weltkrieg. Zum Vergleich: In der Eurozone, die früher für ihre laxe Fiskalpolitik gescholten wurde, liegt das prognostizierte Defizit der Staaten im Schnitt bei 3,3 Prozent heuer, ist damit also nicht einmal halb so hoch. In dieser Größenordnung soll es auch in den kommenden Jahren verbleiben.
www.derstandard.at
Üppige Steuersenkungen, teurer Krieg: Können die USA wirklich endlos neue Schulden machen?
Europa streitet darüber, ob drei Prozent Defizit zu hoch sind. In den USA und China soll die Neuverschuldung konstant bei sieben bis acht Prozent liegen. Nun werden Zweifel an dem Modell lauter
Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran wurde nicht nur militärisch asymmetrisch geführt. Auch der Unterschied bei den Kosten könnte kaum größer sein. Der Iran hat einen großen Teil seiner Angriffe mit Shahed-Drohnen durchgeführt. Diese zu produzieren, kostet das Land laut Militärexperten etwa 30.000 US-Dollar. Die von den USA abgefeuerten Tomahawk-Raketen kosten pro Stück rund 3,5 Millionen Dollar. Und das ist bei Weitem nicht alles. Dazu kommen noch die Ausgaben für die Stationierung der Flugzeugträger, für die Angriffseinsätze der Kampfflieger, für Reparaturarbeiten und den Ersatz von anderem Kriegsmaterial.
Die Harvard-Ökonomin Linda Bilmes hat eine erste Berechnung dazu aufgestellt, was der Krieg im Iran die USA bisher gekostet hat: Sie kommt auf eine Summe von zwei Milliarden US-Dollar am Tag. Der Wert ist etwas höher als vom Pentagon angegeben, was laut der Forscherin daran liegt, dass das US-Verteidigungsministerium falsch rechnet. Eine abgefeuerte Tomahawk-Rakete werde vom Pentagon mit den früheren Anschaffungskosten angesetzt, obwohl die Preise für das Kriegsgerät laufend steigen. Die langfristigen Kosten durch den Krieg taxiert die Ökonomin auf 1000 Milliarden für das Budget über die kommenden zehn Jahre. Der größte Teil davon entfällt auf Aufträge an die Rüstungsindustrie.
Die USA sind die größte Volkswirtschaft der Welt, sie sollten sich das im Prinzip leisten können. Doch der amerikanische Staatshaushalt befindet sich schon jetzt in einer Schieflage, ohne die anfallenden Kriegskosten in den kommenden Jahren überhaupt zu berücksichtigen.
Beispiellose Entwicklung
Der Internationale Währungsfonds hat am Mittwoch anlässlich seiner Frühjahrestagung neue Zahlen zur Entwicklung von Defiziten und Schuldenständen für seine 191 Mitgliedsländer präsentiert. Die Werte haben es in sich: Das US-Defizit soll nach einem leichten Rückgang im vergangenen Jahr heuer auf 7,5 Prozent der Wirtschaftsleistung (BIP) klettern und in etwa dieser Höhe bis einschließlich 2031 verbleiben. Die Experten des IWF schrieben im Hinblick auf die USA: "Ein derart anhaltend hohes Defizit sei beispiellos für die Periode nach dem Zweiten Weltkrieg. Zum Vergleich: In der Eurozone, die früher für ihre laxe Fiskalpolitik gescholten wurde, liegt das prognostizierte Defizit der Staaten im Schnitt bei 3,3 Prozent heuer, ist damit also nicht einmal halb so hoch. In dieser Größenordnung soll es auch in den kommenden Jahren verbleiben.
Üppige Steuersenkungen, teurer Krieg: Können die USA wirklich endlos neue Schulden machen?
Europa streitet darüber, ob drei Prozent Defizit zu hoch sind. In den USA und China soll die Neuverschuldung konstant bei sieben bis acht Prozent liegen. Nun werden Zweifel an dem Modell lauter
