Aktuelles
  • Herzlich Willkommen im Balkanforum
    Sind Sie neu hier? Dann werden Sie Mitglied in unserer Community.
    Bitte hier registrieren

US-News

Trump-Regierung friert 25 Millionen Dollar für Nationalparks ein – selbst Brandschutz und Grabhügel bleiben liegen
Mehr als 130 bereits finanzierte Projekte in amerikanischen Nationalparks dürfen vorerst nicht beginnen. Das Innenministerium verweigerte im August die letzte Zustimmung für Vereinbarungen im Wert von mindestens 25 Millionen Dollar, obwohl das Geld längst über den Kongress oder bestehende Bundesprogramme bereitstand. Betroffen sind einige der bekanntesten Parks des Landes, darunter Yellowstone und Yosemite. Besonders hart trifft es den Joshua-Tree-Nationalpark in Kalifornien, wo mindestens 10 Vorhaben gestoppt wurden. Mindestens 16 Stellen sollten darüber finanziert werden. Vorgesehen war unter anderem Arbeit zur Vorbereitung auf Waldbrände. Andere Projekte sollten nach früheren Feuern zerstörte Flächen wiederherstellen. In historischen Gebäuden sollten Nagetiere entfernt werden, die das Hantavirus übertragen können. Die internen Unterlagen warnen ausdrücklich davor, dass Brände größer und ihre Bekämpfung teurer werden könnten, wenn die vorgesehenen Arbeiten ausbleiben. Genau dort wird nun gespart, während der National Park Service seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus bereits ungefähr 1 Viertel seiner Beschäftigten verloren hat.

Das Innenministerium begründet die Entscheidung mit Organisationen, die nach seiner Darstellung gegen die Interessen der amerikanischen Bevölkerung und gegen die Ziele der Regierung arbeiteten. Welche Organisation womit gegen welche Vorgabe verstoßen haben soll, erklärte das Ministerium nicht. Das Great Basin Institute verlor mehr als 70 geplante Vereinbarungen im Wert von mindestens 12,7 Millionen Dollar. Geschäftsführer Peter Woodruff sagt, seine Organisation sei darüber nicht einmal direkt informiert worden. Mitarbeiter der Parks hätten ihnen lediglich mitgeteilt, die Ablehnung hänge mit politischen Vorgaben und Anordnungen des Präsidenten zusammen. Woodruff weist zurück, dass das Institut gegen Bundesrecht oder Regierungsanweisungen arbeite. Das Innenministerium hatte bis Anfang August mehr als 700 andere Vereinbarungen genehmigt. Projekte unter 50.000 Dollar benötigen diese zusätzliche Zustimmung überhaupt nicht. Was mit den mindestens 25 Millionen Dollar geschieht, die nun nicht ausgegeben werden, bleibt offen. Elaine Leslie, frühere kommissarische Leiterin beim National Park Service und Wildbiologin, stellte deshalb die naheliegende Frage: Das Geld war für diese Arbeiten vorgesehen – wo ist es jetzt?

Die Folgen reichen weit über Verwaltungsakten hinaus. Im Effigy Mounds National Monument in Iowa sollten Bäume auf prähistorischen Grabhügeln entfernt werden, damit umstürzende Stämme die Anlagen nicht beschädigen. Mehr als 200 solcher Hügel liegen dort, viele dienten als Grabstätten indigener Menschen. Bei 61 vorgesehenen Baumfällungen stehen die Bäume direkt auf einem Hügel. Fallen sie unkontrolliert, könnten menschliche Überreste freigelegt werden. In Kalifornien wurde eine Zusammenarbeit mit der zoologischen Gesellschaft von San Francisco gestoppt, die junge San-Francisco-Strumpfbandnattern aufziehen und später auswildern sollte, damit die bedrohte Art in der Region nicht verschwindet. Im Denali-Nationalpark in Alaska sollte eine weitere Vereinbarung 3 Beschäftigte finanzieren, die täglich die Schlittenhunde versorgen. Die Ranger brauchen diese Hunde im Winter, um sich durch den Park zu bewegen und Besuchern zu helfen. All diese Vorhaben waren geplant, geprüft und finanziert. Jetzt reicht ein Vermerk des Innenministeriums: „Abgelehnt“. Die Regierung spricht von Prioritäten. Im Park bleibt währenddessen die Arbeit liegen.
 
Trumps irischer Ballsaal hängt an einer 2-Millimeter-Schnecke und Fledermäusen
Donald Trump möchte auf seinem Golfresort an Irlands Südwestküste einen „luxuriösen“ Ballsaal bauen. Ausgerechnet ein 2 Millimeter kleines Tier hält den Plan jetzt auf: die Schmale Windelschnecke Vertigo angustior, deren Lebensraum durch europäisches Naturschutzrecht geschützt ist. Die irische Planungsbehörde hat die Entscheidung über das Bauprojekt vertagt und verlangt zusätzliche Unterlagen, darunter eine hydrogeologische Untersuchung. Am 25. November soll endgültig entschieden werden. Der kleine Bewohner des Geländes kennt Trump dabei schon länger. Als er 2014 das damals insolvente Resort in Doonbeg kaufte, erklärte er noch, er wolle ein „Freund“ der Schnecke sein. Schon sein Plan für einen Küstenschutzdamm wurde später wegen möglicher Schäden an ihrem Lebensraum abgelehnt.

Tony Lowes von Friends of the Irish Environment sagt, die Population auf dem Gelände sei während Trumps Besitz deutlich geschrumpft. Früher habe dort die größte bekannte Population Irlands gelebt. Lowes führt den Rückgang unter anderem auf Entwässerungsarbeiten und die intensive Pflege der Rasenflächen zurück. Den neuen Ballsaal treibt inzwischen Trumps Sohn Eric voran und nennt ihn den „besten des Landes“. Widerstand kommt auch vom Architekten Liam Madden, der regelmäßig gegen problematische Bauvorhaben vorgeht. Er verweist zusätzlich auf die Hubschrauberlandeplätze des Resorts, für die nach seinen Angaben die nötigen Genehmigungen fehlten. Die Rotorblätter könnten Fledermäuse verletzen. Für einen Bau, der Reichtum zeigen soll, sind Schnecke und Fledermaus damit zu erstaunlich hartnäckigen Nachbarn geworden.

Im Dorf selbst ist die Stimmung geteilt. Gemeinderätin Rita McInerney hält den Ballsaal für wirtschaftlich wichtig, weil die Irish Open der Region voraussichtlich rund 10 Millionen Euro bringen werden. Die 18-jährige Michaela Neary sieht darin wenig Trost. Doonbeg hat 279 Einwohner, das Einkommen liegt weiterhin unter dem Landesdurchschnitt, und prunkvolle Räume ändern daran wenig. Trump wird am Samstag in Irland erwartet, zunächst zu diplomatischen Gesprächen in Dublin und später beim Golfturnier in Doonbeg. 69 Prozent der befragten Iren lehnen seinen Besuch ab. In Dublin und Doonbeg werden Proteste vorbereitet.

Der irische Ballsaal ist dabei nicht Trumps einziges Bauprojekt mit juristischem Gegenwind. In Washington hatte ein Bundesberufungsgremium bereits angeordnet, dass die oberirdischen Arbeiten an seinem geplanten Ballsaal am Weißen Haus gestoppt werden müssen. Begründung: Trump habe seine Befugnisse überschritten, als er den rund 400 Millionen Dollar teuren Anbau aus privaten Spenden vorantrieb. In Irland braucht es für den Moment keine große Verfassungsklage. Dort reichen 2 Millimeter Schnecke.
 
Trump bedrängt Rachel Scott körperlich, als sie ihn nach seinen nie gekommenen Schecks fragt
Rachel Scott stellte Donald Trump eine Frage zu seinem neuen 5.000-Dollar-Versprechen: „Wir haben 40 Billionen Dollar Schulden. Wenn Ihre Wirtschaftspolitik funktioniert, warum brauchen Sie dann einen Anreiz, damit die Leute wählen gehen?“
Trump: „Ich mache das als Belohnung für die Menschen dafür, dass sie 5 Jahre und 4 Jahre lang diese schreckliche Situation ertragen mussten, die Biden verursacht hat.“
Scott setzte nach: „Sie haben auch Rückerstattungsschecks aus den Zolleinnahmen versprochen -“
In diesem Moment ging Trump direkt auf sie zu. Wenige Zentimeter Abstand.
„Nicht Sie. Nicht Sie.“
Scott blieb bei ihrer Frage: „Und die kamen nicht.“
Trump, weiter unmittelbar vor ihr: „Nicht Sie. Sie sind die Schlimmste.“
Ein Präsident, der einer Journalistin körperlich so nahe kommt, während er versucht, ihre Frage abzuwürgen, weiß genau, was diese Geste bedeutet. Scott hatte ihn weder beleidigt noch provoziert. Sie hatte ihn lediglich daran erinnert, dass er schon einmal Geld versprochen hatte, das nie ausgezahlt wurde.
Trump antwortete darauf nicht. Er ging auf sie los.
Die 5.000 Dollar versprach er weiter. Wo die alten Schecks geblieben sind, erklärte er nicht.

Um diese Inhalte anzuzeigen, benötigen wir die Zustimmung zum Setzen von Drittanbieter-Cookies.
Für weitere Informationen siehe die Seite Verwendung von Cookies.
 
Trump bedrängt Rachel Scott körperlich, als sie ihn nach seinen nie gekommenen Schecks fragt
Rachel Scott stellte Donald Trump eine Frage zu seinem neuen 5.000-Dollar-Versprechen: „Wir haben 40 Billionen Dollar Schulden. Wenn Ihre Wirtschaftspolitik funktioniert, warum brauchen Sie dann einen Anreiz, damit die Leute wählen gehen?“
Trump: „Ich mache das als Belohnung für die Menschen dafür, dass sie 5 Jahre und 4 Jahre lang diese schreckliche Situation ertragen mussten, die Biden verursacht hat.“
Scott setzte nach: „Sie haben auch Rückerstattungsschecks aus den Zolleinnahmen versprochen -“
In diesem Moment ging Trump direkt auf sie zu. Wenige Zentimeter Abstand.
„Nicht Sie. Nicht Sie.“
Scott blieb bei ihrer Frage: „Und die kamen nicht.“
Trump, weiter unmittelbar vor ihr: „Nicht Sie. Sie sind die Schlimmste.“
Ein Präsident, der einer Journalistin körperlich so nahe kommt, während er versucht, ihre Frage abzuwürgen, weiß genau, was diese Geste bedeutet. Scott hatte ihn weder beleidigt noch provoziert. Sie hatte ihn lediglich daran erinnert, dass er schon einmal Geld versprochen hatte, das nie ausgezahlt wurde.
Trump antwortete darauf nicht. Er ging auf sie los.
Die 5.000 Dollar versprach er weiter. Wo die alten Schecks geblieben sind, erklärte er nicht.

Um diese Inhalte anzuzeigen, benötigen wir die Zustimmung zum Setzen von Drittanbieter-Cookies.
Für weitere Informationen siehe die Seite Verwendung von Cookies.

s sind schon über 40000 mrd us$ Schulden
die Balkanisierung der USA erfolgt
 
Zwischen zwei Golfschlägen wünscht sich Trump ein vereintes Irland – schwere Proteste gegen Trump
Manche Wunden verlangen, dass man sie mit Vorsicht berührt. Donald Trump berührte am Samstag die tiefste Wunde der irischen Insel im Vorbeigehen, zwischen einem Turnier auf seinem eigenen Golfplatz und dem nächsten Termin. Eine Wiedervereinigung Irlands wäre eine coole Sache, sagte er, später wäre sie fantastisch. Über eine Frage, für die Iren und Briten mit dem Leben bezahlt haben, sprach der Präsident im Ton eines Mannes, der einen gelungenen Abschlag lobt.

Bei seinem Treffen mit dem irischen Premierminister Micheál Martin in Dublin gab er die Richtung vor. Er wolle keine Probleme verursachen, sagte Trump, doch er sähe die Republik und das zum Vereinigten Königreich gehörende Nordirland gern vereint. Es werde irgendwann geschehen, dann könne es genauso gut jetzt geschehen. Das Vereinigte Königreich, fügte er hinzu, werde dazu natürlich auch etwas zu sagen haben.

Beim nächsten Termin, vor Wirtschaftsvertretern aus beiden Ländern in der Residenz des US-Botschafters, klang es schon anders. Auf die Frage der Wiedervereinigung gebe es keine gute Antwort, räumte er ein. Zwischen der coolen Sache am Vormittag und der fehlenden Antwort am Nachmittag lag nur ein weiterer Programmpunkt. Die Leichtigkeit dieser Sätze steht gegen ein Jahrhundert. Vor rund 100 Jahren wurde Irland ein selbstverwalteter Staat mit katholischer Mehrheit, während die sechs nordirischen Grafschaften mit ihrer protestantisch geprägten Tradition beim Vereinigten Königreich blieben. Dort standen sich zwei Gruppen gegenüber, die Nationalisten, überwiegend katholisch, die zum übrigen Irland wollten, und die Unionisten, mehrheitlich protestantisch, die britisch bleiben wollten.

 
Trump wollte Kanada treffen – jetzt zahlen Republikaner in den Wahlstaaten mit
Donald Trumps Handelskrieg mit Kanadas Premierminister Mark Carney landet ausgerechnet dort, wo Republikaner 8 Wochen vor den Zwischenwahlen jeden Prozentpunkt brauchen. Nur rund 6 Prozent des jährlichen Warenverkehrs von 715 Milliarden Dollar sind unmittelbar betroffen, doch Prozentzahlen wohnen nicht in Fabrikhallen. In Michigan laufen Bauteile über die Grenze und wieder zurück. In Maine hängt ein Teil der Holzwirtschaft am Austausch mit Kanada. Republikanische Kandidaten wollten über niedrigere Einkommensteuern reden, über Anlagekonten für Kinder und Entlastungen für Unternehmen. Nun reden sie über Zölle. Whit Ayres, republikanischer Politikberater in Washington, erklärte, Trump sei auch gewählt worden, um die Inflation zu drücken und die Wirtschaft anzukurbeln. Alles, was in die andere Richtung wirke, helfe Republikanern im Wahljahr wenig. Brent Buchanan von Cygnal sagte, Kandidaten nahe der kanadischen Grenze könnten sich gezwungen sehen, offen Abstand zum Präsidenten zu nehmen. Trumps Zustimmungswerte seien gefallen, während die Benzinpreise infolge seines Iran-Krieges gestiegen seien. Susan Collins aus Maine nennt den Handelskrieg einen Fehler. Sie erklärte, sie habe bei kanadischem Streusalz und Zement Ausnahmen erreicht. Kanadische Gegenzölle auf Meeresfrüchte aus Maine seien ebenfalls verhindert worden.

Mike Rogers versucht in Michigan einen schmaleren Gang. Der Republikaner kämpft gegen Abdul El-Sayed um einen offenen Senatssitz und schrieb Ende August, Trump habe recht, Amerika an 1. Stelle zu setzen. Handel lasse sich jedoch nicht über einen Kamm scheren. Er wolle gemeinsam mit Trump ein faires Abkommen erreichen, das Michigans Landwirtschaft und Autoindustrie schütze. Derrick Van Orden aus Wisconsin hat diese Vorsicht abgelegt. Der republikanische Abgeordnete, dessen Wiederwahl als völlig offen gilt, erklärte beim Parteitag in Dallas, Kanada habe die amerikanische Milchwirtschaft lange benachteiligt. Für Farmer in Wisconsin seien diese Zeiten vorbei. Das Weiße Haus hält ebenfalls dagegen. Sprecher Kush Desai erklärte, Michigan und Iowa hätten besonders unter unfairen ausländischen Handelspraktiken gelitten, darunter solchen aus Kanada. Trump habe beide Staaten gewonnen, weil er amerikanische Arbeiter und Unternehmen an 1. Stelle stellen wolle. Kanada habe das beste Handelsangebot aller US-Partner zurückgewiesen. Von „America First“ werde der Präsident keinen Schritt abrücken.

 
Lianyong Wei kam lebend in ICE-Gewahrsam – am nächsten Morgen war er tot
Lianyong Wei war 51 Jahre alt, als ICE ihn am 22. August auf Saipan in Gewahrsam nahm. Am nächsten Morgen fand ihn ein Bediensteter im Northern Mariana Islands Department of Corrections ohne Reaktion. Wei kam ins Krankenhaus, dort wurde sein Tod festgestellt. Mehr weiß die Öffentlichkeit über diese Nacht bis heute nicht. ICE hat nicht offengelegt, ob Wei nach seiner Aufnahme medizinisch untersucht wurde, ob er Beschwerden äußerte oder gesundheitliche Probleme zeigte. Unbekannt bleibt auch, wann er zuletzt ansprechbar gesehen wurde und wie seine Überwachung während der Nacht aussah. Die Behörde teilte mit, bei der morgendlichen Kontrolle sei Wei ohne Reaktion gefunden worden. Danach habe man Erste Hilfe geleistet und ihn ins Krankenhaus gebracht. Die Todesursache werde untersucht. Zwischen Einlieferung und Tod liegen damit wenige Stunden, über die ausgerechnet jene Behörde schweigt, die in dieser Zeit für ihn verantwortlich war.

Von dem Augenblick an, in dem sich die Zellentür schloss, konnte Wei seine medizinische Versorgung nicht mehr selbst bestimmen. Er konnte die Einrichtung nicht verlassen, keinen Arzt seiner Wahl aufsuchen und bei einer Verschlechterung seines Zustands auch nicht selbst irgendwo Hilfe suchen. Ob jemand Warnzeichen bemerkte, ob solche Zeichen dokumentiert wurden und wann zuletzt nach ihm gesehen wurde, muss sich in den Unterlagen der Haftanstalt finden lassen. Öffentlich sind diese Unterlagen bislang nicht. Dazu kommt der merkwürdige Umgang mit seinem Tod. Die Behörden der Nördlichen Marianen informierten bereits am 24. August darüber. ICE selbst brauchte mehr als 1 Woche. Eine Bundesbehörde übernimmt einen Mann in ihre Obhut, wenige Stunden später stirbt er, und die Öffentlichkeit erfährt zunächst von anderer Stelle davon.

Wei ist mindestens der 5. chinesische Staatsangehörige seit März 2025, der in Gewahrsam von ICE oder dem US-Grenzschutz gestorben ist. Seit Anfang 2025 wurden zudem Dutzende Todesfälle in ICE-Haft registriert. Chinesische Konsularvertreter verlangen eine vollständige Untersuchung sowie die Veröffentlichung der Ergebnisse. Sie fordern Unterstützung für Weis Familie und Maßnahmen, damit sich ein solcher Todesfall nicht wiederholt. Noch fehlen der Öffentlichkeit seine medizinischen Unterlagen, die Aufzeichnungen über die Nacht und eine endgültige Todesursache. Lianyong Wei wurde lebend eingeliefert. Am nächsten Morgen war er tot. Was ICE mit ihm in den Stunden dazwischen tat, unterließ oder bemerkte, gehört vollständig offengelegt. Unsere Recherchen laufen weiter.
 
Trump schiebt geschützte Migranten in Länder ab, die sie nie Heimat nannten
Menschen, die in den USA bereits Schutz davor erhalten hatten, in Staaten zurückgeschickt zu werden, in denen ihnen Verfolgung oder Folter drohten, wurden trotzdem abgeschoben. Die Trump-Regierung wählte dafür einen anderen Weg: Sie brachte Betroffene in die Zentralafrikanische Republik, zu der viele keinerlei Verbindung hatten. Am 11. Juni wurden 18 Migranten gefesselt zum Flughafen von Alexandria in Louisiana gebracht. Mehrere berichteten von schweren Schlägen. 2 von ihnen erklärten, sie seien nach ihrer Weigerung, das Abschiebeflugzeug zu betreten, vollständig fixiert worden. Ein US-Beamter wies die Vorwürfe über Misshandlungen zurück. Einige wussten während des Fluges nicht einmal, wohin sie gebracht wurden. Eine Frau habe das Ziel erst auf dem Bildschirm vor ihrem Sitz gelesen: Bangui, Zentralafrikanische Republik. Andere seien zuvor nie in Afrika gewesen.

Nach der Ankunft wurde die Lage kaum klarer. Betroffene berichteten von wenig Strom und massiver Belastung durch Moskitos. Malaria sei ein ständiges Risiko gewesen, dazu die Angst, die Unterkunft überhaupt zu verlassen. Ihre Visa seien nur vorübergehend gültig gewesen. Was danach geschehen würde, habe niemand gewusst. Einige fürchteten weiter, am Ende doch in jene Länder zurückgebracht zu werden, vor denen US-Gerichte sie geschützt hatten. Genau darin liegt die Härte dieser Praxis: Ein Schutzbeschluss verhindert die direkte Abschiebung in 1 gefährlichen Staat, lässt der Regierung aber die Möglichkeit, den Menschen in einen anderen Staat zu bringen, der bereit ist, ihn aufzunehmen.

Wie diese Abkommen zustande kommen, bleibt weitgehend verborgen. US-Diplomaten reisten kurz vor dem ersten Abschiebeflug in die Zentralafrikanische Republik. Zugleich stiegen amerikanische Mittel für dortige Migrations- und Hilfsprogramme stark an: 85 Millionen Dollar für Programme der Internationalen Organisation für Migration sowie weitere 50 Millionen Dollar für den humanitären Fonds des Landes. Ein direkter Zusammenhang mit der Aufnahme Abgeschobener ist damit nicht belegt. Die Trump-Regierung hat inzwischen jedoch mehr als 35 Vereinbarungen mit Drittstaaten geschlossen und über 23.000 Menschen in 26 Länder gebracht. Genannt werden dabei wirtschaftlicher Druck und Visaeinschränkungen, ebenso finanzielle Hilfe. Menschen, die sich ihren Schutz vor Verfolgung vor US-Gerichten erstreiten mussten, können damit trotzdem in ein Land verfrachtet werden, das sie nie gewählt haben und vielleicht nicht einmal kannten.

Deutschland sollte bei solchen Bildern wachsam bleiben. Die AfD wirbt inzwischen offen mit „Remigration“ und einer deutlich verschärften Abschiebepolitik; in Sachsen-Anhalt kündigte sie für eine mögliche Regierung sofortige Abschiebungen an. Was in den USA längst staatliche Praxis ist, wird hier bereits als politisches Programm angeboten. Auch die CDU/CSU zeigt mehr und mehr sehr bedenkliche Tendenzen.

Fortsetzung folgt …
 
Aufgedeckt: Russisches Botnetz greift in US-Wahlkampf ein – falsche Prominente hetzen gegen Demokraten
Das russische Botnetz „Matryoshka“ hat wenige Wochen vor den US-Zwischenwahlen eine Kampagne gegen die Demokratische Partei gestartet. Forscher des Projekts „Bot Blocker“ dokumentierten innerhalb von zwei Tagen mindestens 16 manipulierte Videos. Auf X erschienen mindestens acht Beiträge mit jeweils zwei Filmen. Darin treten vermeintliche US-Prominente auf und erklären, warum Amerikaner am 3. November nicht für Demokraten stimmen sollten. Verwendet wurden Aufnahmen von Alyson Hannigan und Eric Roberts. Auch Jeri Ryan und Ed Begley Jr. tauchen auf. Weitere Filme zeigen Sarah Jessica Parker sowie Lea Thompson, später Melora Hardin und Christopher Lloyd. Auch Julia Roberts wurde benutzt. Über den Videos liegt das Logo eines großen amerikanischen Nachrichtensenders, der politisch häufig den Demokraten zugerechnet wird. Dazu stehen Schlagworte für die Zwischenwahlen und die Behauptung, alle Demokraten seien Kriminelle.

Die erfundenen Aussagen gehen weit. Demokraten werden als „Pädophile“ bezeichnet und wegen Hormonbehandlungen angegriffen. In anderen Filmen heißt es, sie benutzten Kinder für ihre Zwecke. Hinzu kommen Angriffe wegen der Unterstützung der ukrainischen Regierung sowie Behauptungen über eine Abkehr von Familie und Glauben. Einzelne Kandidaten werden direkt getroffen. Dem demokratischen Senatskandidaten Roy Cooper wird untergeschoben, er wolle weitere 15 Millionen Migranten nach Amerika holen. Fast immer folgt derselbe Ablauf: Eine bekannte Person habe etwas über die Demokraten „erfahren“ und könne sie deshalb nicht mehr wählen. Am Schluss steht die Aufforderung, das Video weiterzuverbreiten und der Partei bei den Wahlen die Stimme zu verweigern.

Die beteiligten Konten konnten nach Angaben der Forscher dem Netzwerk „Matryoshka“ zugeordnet werden. Direkte Verweise auf die Beiträge werden nicht verbreitet, damit die Fälschungen nicht zusätzlich Reichweite erhalten. Hinter „Matryoshka“ steckt eine russische Operation, die massenhaft gefälschte Inhalte über koordinierte Botkonten verbreitet. Profile geben sich als normale Nutzer oder unabhängige Einrichtungen aus und übernehmen dabei Sprache sowie Auftreten ihres angeblichen Umfelds. Gleichzeitig wird derselbe Inhalt über verschiedene Plattformen verteilt. Logos westlicher Medien und von Menschenrechtsorganisationen sollen den Fälschungen Glaubwürdigkeit geben. Der Zeitpunkt ist kaum zufällig gewählt: Am 3. November werden Repräsentantenhaus und Senat neu gewählt. Die Demokraten haben derzeit gute Chancen, das Repräsentantenhaus zu übernehmen, während der Kampf um den Senat enger ist. Gleichzeitig sinken die Werte der Republikaner. Donald Trump versprach zuletzt sogar jedem erwachsenen Amerikaner 5.000 Dollar, falls seine Partei beide Kammern hält. Nun mischt sich zusätzlich ein russisches Botnetz ein und erklärt den Wählern mit gestohlenen Gesichtern, wen sie für „Pädophile“ und „Kriminelle“ halten sollen.

Fortsetzung folgt …

Sie haben keine Berechtigung Anhänge anzusehen. Anhänge sind ausgeblendet.
 

Anhänge

    Sie haben keine Berechtigung Anhänge anzusehen. Anhänge sind ausgeblendet.
Zurück
Oben