Amerika allein – Trumps Haushalt als Abrissplan einer Weltordnung
Die Demontage ist in vollem Gange.
Leise ist sie nicht. Sie hallt durch Flure und Büros, durch diplomatische Vertretungen, durch Hilfswerke, durch Radiostationen in Kiew, Kabul, Havanna. Und doch gleicht sie mehr einem kalten Schnitt als einem offenen Konflikt. Es ist die systematische Zerschlagung des außenpolitischen Gewissens der Vereinigten Staaten. Und das White House nennt es: Effizienz.
Was in Wahrheit stattfindet, ist eine politische Selbstverkleinerung – mit chirurgischer Präzision vorbereitet durch das Office of Management and Budget (OMB), vorgestellt in Form eines Haushaltsplans, der weniger einem Finanzdokument gleicht als einem Stilllegungsbefehl.
Der Entwurf des OMB befindet sich in einem sehr frühen Stadium und muss noch mehrere interne Überprüfungsrunden durchlaufen, bevor er überhaupt dem Kongress offiziell vorgelegt wird.
Fast die Hälfte des Budgets des Außenministeriums soll gestrichen werden. Dutzende diplomatische Missionen sollen geschlossen, ganze Dienststellen aufgelöst, Beiträge an die UN, die NATO, USAID und andere Organisationen vollständig gestrichen werden.
Der Plan: weniger Diplomatie, weniger Hilfe, weniger Amerika.
Die Notizen zu diesem Haushaltsentwurf, zirkulierend in diplomatischen Chatgruppen, verbreiteten sich wie Alarmmeldungen – und das zu Recht. Denn was hier auf dem Tisch liegt, ist nicht nur ein Spardiktat. Es ist die Zerschlagung jahrzehntelanger globaler Verbindungen, ein Rückzug ins ideologische Schneckenhaus.