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US-News

„Amerika unter Waffen – Der Tag, an dem Trump zum Diktator wurde“
Der Moment, in dem Amerika seinen Atem anhielt, kam nicht mit einem Paukenschlag, sondern mit einem militärischen Griff ins zivile Fleisch. Kein formeller Ausnahmezustand. Kein Insurrection Act. Keine Notstandserklärung. Und doch: Donald Trump hat die letzte Grenze überschritten. Mit der Festsetzung von Zivilisten durch Mitglieder der Nationalgarde in Los Angeles hat er das getan, was selbst Richard Nixon nie wagte. Er hat das Militär gegen das eigene Volk in Stellung gebracht – nicht zur Hilfe, sondern zur Disziplinierung. Damit hat Trump sich selbst jenen Titel verliehen, den kein demokratischer Staatschef je beanspruchen darf: Diktator. Was in den USA derzeit geschieht, hat nichts mehr mit robustem Regierungsstil zu tun. Es ist die systematische Entkernung einer freiheitlichen Ordnung. Wenn Militäreinheiten, bewaffnet und uniformiert, Menschen ohne richterliche Anordnung festsetzen, dann ist das nicht mehr Demokratie, sondern Repression. Und wenn diese Einsätze unter dem Befehl eines Mannes erfolgen, der Gerichte verhöhnt, Medien diskreditiert und politische Gegner mit der Sprache des Krieges belegt, dann ist die Konsequenz klar: Donald Trump hat sich an die Spitze eines autoritären Machtprojekts gesetzt, das sich nicht mehr hinter Flaggen und Hymnen versteckt. Er handelt wie ein Kim Jong Un, denkt wie ein Putin, spricht wie einst ein Hussein – und regiert inzwischen wie sie alle.

 
Der Showdown in Kalifornien – Wie Trump und Newsom den Ernstfall proben
Es ist ein Schauspiel auf offener Bühne, ein Schlagabtausch, der in der Geschichte der föderalen Vereinigten Staaten seinesgleichen sucht. Kalifornien steht in Flammen – nicht nur im wörtlichen, sondern im politischen Sinne. Die Hauptdarsteller: Präsident Donald Trump, der sich als Retter eines angeblich „gefallenen“ Los Angeles inszeniert, und Gouverneur Gavin Newsom, der sich der autoritären Machtübernahme aus Washington entgegenstellt. Zwischen martialischer Sprache, juristischen Klagen und persönlichen Beleidigungen verschwimmen die Grenzen von Demokratie und Diktat.

Am Sonntag beginnt die Eskalation mit Trumps Entscheidung, mehr als 4.000 Nationalgardisten und 700 Marines nach Los Angeles zu entsenden – gegen den ausdrücklichen Willen des kalifornischen Gouverneurs. Trump rechtfertigt diesen Schritt mit Verweis auf „gewalttätige Leute“, die nicht davonkommen dürften. „Wir werden sie nicht davonkommen lassen“, sagt er in Morristown, New Jersey. Newsom reagiert noch am selben Abend auf X: „Trump will Chaos, er hat Gewalt provoziert … Bleibt friedlich, bleibt fokussiert. Gebt ihm nicht den Vorwand, den er sucht.“

Was folgt, ist ein erbitterter Streit über Kompetenzen, Verfassungsrechte und die Zukunft des Föderalismus in Amerika. Während Trump sich auf eine Klausel beruft, die Bundesmilitäreinsätze bei Rebellion erlaubt, warnt Newsom vor einem „ernsten Bruch der Staatssouveränität“. In einem Brief an den Präsidenten fordert er den Abzug der Truppen – ohne Erfolg. Stattdessen zieht Newsom vor Gericht und beantragt, die Zusammenarbeit zwischen Militär und Bundesimmigrationsbehörden zu stoppen.

 
Musks Doge hat an den falschen Stellen gespart
Das "Effizienztheater" des Tech-Milliardärs hat die strukturellen Probleme der USA nicht gelöst. Konstruktive Änderungen schafft ein intelligenterer Regierungsapparat, nicht bloß ein kleinerer

Michele Zanini, Direktor des Beratungsunternehmens Management Lab, und Gary Hamel, Gastprofessor an der London Business School, schreiben in ihrem Gastkommentar über die Bürokratie in den USA und wie die Bundesverwaltung aus ihrer Sicht reformiert gehört.

Die viermonatige Amtszeit von Elon Musk als Leiter des Department of Government Efficiency (Doge) endete in einer vorhersehbaren, öffentlichen und kleinlichen Fehde mit Präsident Donald Trump und brachte geschätzte Einsparungen von 160 Milliarden US-Dollar bei den Bundesausgaben des kommenden Jahres hervor. Die wahren Einsparungen dürften erheblich niedriger ausfallen – und selbst wenn man die Zahl für bare Münze nimmt, bleibt sie weit hinter den zwei Billionen US-Dollar zurück, um die Musk den fast sieben Billionen US-Dollar schweren Bundeshaushalt zu kürzen versprach.

Die meisten Einsparungen erfolgten durch stumpfe Kürzungen: Massenentlassungen und Aufhebungsverträge, die Stornierung von Regierungsverträgen in großem Umfang und Ausgabenstopps auf breiter Front. Kritikerinnen und Kritiker betrachten Doge eher als "Effizienztheater" denn als ernsthafte Anstrengung zur Verbesserung der staatlichen Leistung: Viele der Einsparungen könnten durch unbeabsichtigte Folgen wie Produktivitätseinbußen, erhöhte Personalfluktuation und entgangene Steuereinnahmen wieder zunichtegemacht werden.

 
Tränengas, Kameras, Chaos – Wie Reporter:innen bei den Protesten in Los Angeles ins Visier geraten
Während in Los Angeles am Sonntag erneut Tausende Menschen auf die Straßen gingen, kam es nicht nur zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und Sicherheitskräften – auch mehrere Journalist:innen gerieten zwischen die Fronten. Besonders drastisch traf es die australische Fernsehreporterin Lauren Tomasi, die während einer Live-Schalte von einem sogenannten „nicht-tödlichen Projektil“ der Polizei getroffen wurde. Tomasi, Reporterin des Senders 9News Australia – einem CNN-Partner –, berichtete gerade live aus der Innenstadt von Los Angeles, als sich die Situation im Hintergrund zuspitzte. Polizisten in Schutzkleidung, einige zu Pferd, formierten sich gegenüber einer Gruppe Demonstrierender. Es krachte, Rauch zog über die Straße. Plötzlich traf ein Geschoss die Reporterin – direkt während der Übertragung.

Aufnahmen des Vorfalls zeigen Tomasi am Rand einer Kreuzung, hinter ihr eine unübersichtliche Szenerie aus Protest und Polizeipräsenz. Sekunden später wird sie getroffen. Was bleibt, ist ein scharfer Schnitt im Livestream – und die bedrückende Frage: Wie sicher ist journalistische Arbeit in einem Land, das sich als Bastion der Pressefreiheit versteht? Tomasi wurde nach dem Vorfall medizinisch versorgt, blieb aber ansprechbar. Ihr Sender bestätigte später, dass sie nicht lebensgefährlich verletzt wurde, der Schock allerdings tief sitzt. Es ist nicht der erste Angriff auf Medienvertreter:innen in diesen Tagen – doch der Moment ihrer Verletzung, live auf Sendung, ging viral und wurde zum Sinnbild einer Eskalation, in der selbst Presseausweise keinen Schutz mehr bieten.

 
Gezielte Schüsse

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Die Rückkehr des Zweifels – Wie Donald Trump die Millennials verliert
Donald Trump hatte sie fast für sich gewonnen – die Millennials, jene größte Generation im US-Wahlvolk. Zwischen 2020 und 2024 schrumpfte der demokratische Vorsprung in der Altersgruppe der 30- bis 44-Jährigen auf wenige Prozentpunkte. Doch nun, ein halbes Jahr nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus, kippt die Stimmung.

Laut einer neuen YouGov/Economist-Umfrage unterstützen nur noch 40 Prozent der Millennials den Präsidenten, 53 Prozent lehnen ihn ab. Noch in der Vorwoche war das Verhältnis fast ausgeglichen. Den Ausschlag gab offenbar Trumps Entscheidung, die Nationalgarde und Marines nach Los Angeles zu schicken – als Reaktion auf Proteste gegen ICE-Razzien in migrantischen Vierteln. Bilder von schwer bewaffneten Soldaten, Tränengas und verletzten Journalist:innen verbreiteten sich rasant. Für viele junge Menschen war das der Moment, in dem Hoffnung in Misstrauen umschlug.

Auch Trumps wirtschaftliche Glaubwürdigkeit schwindet. Die Zustimmung zur Wirtschaftspolitik des Präsidenten fiel unter Millennials binnen einer Woche von 43 auf 38 Prozent, beim Thema Inflation gar von 39 auf 33 Prozent – trotz stabiler Verbraucherpreise. Was zählt, ist das Gefühl: Unsicherheit, Zukunftsangst, das diffuse Empfinden, dass Trumps Versprechen auf „Erneuerung“ ins Leere laufen.

 
10 Momentaufnahmen, die erzählen, was Worte oft verschweigen. Sie zeigen Protest und Hoffnung, Schmerz und Würde – und den unerschütterlichen Willen, gesehen zu werden.


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Flaggen aus Feuer – Was der Protest in Los Angeles über Amerika erzählt
Ein junger Mann läuft vorbei an einem brennenden Auto. In seinen Händen: vier Flaggen, darunter die mexikanische. Rauch zieht über den Asphalt, Stimmen hallen gegen die Mauern der Stadt. Es ist der 9. Juni 2025 in Los Angeles, ein Tag wie ein Knotenpunkt der Geschichte – ein Protest gegen Abschieberazzien, ein Aufschrei gegen Uniformen, ein Symbolgewitter aus Stoff und Bedeutung. In den Tagen nach Trumps Entsendung von Nationalgarde und Marines ist die Stadt zu einem flammenden Brennglas geworden. Und mitten in dieser Hitze: eine Welle von grünen, weißen und roten Fahnen. Mexikanische Flaggen, gehisst von jenen, deren Geschichte auf dieser Erde begann, lange bevor sie „Amerika“ genannt wurde.

Für einige Konservative ist dieser Anblick ein Affront. Die Flagge Mexikos bei einem Protest auf amerikanischem Boden? Für sie ein Zeichen der Ablehnung, gar der Feindschaft. Karoline Leavitt, Trumps Pressesprecherin, nennt die Demonstrierenden „linke Radikale“, die angeblich gewalttätige Kriminelle verteidigen. Selbst Adam Kinzinger, republikanischer Trump-Kritiker, zeigt sich befremdet. „Amerikanische Flaggen oder gar keine“, schreibt er auf X. Doch diese Lesart verkennt die Tiefe, verflacht die Geschichte zu Ideologie. Denn was hier weht, sind keine Fremdflaggen – es sind Erinnerungen, Identitäten, Erbstücke. Die Flagge Mexikos steht nicht nur für Herkunft, sondern für Zugehörigkeit – für Menschen, die nicht über Grenzen kamen, sondern deren Heimat von einer Grenze durchschnitten wurde. Kalifornien war einst Mexiko. Die Linien auf der Landkarte verschoben sich – die Menschen blieben.

 
Kalifornien war einst Mexiko
Die USA gehörten historisch nie ausschließlich "Crackern", weshalb es absurd ist, Menschen mit mexikanischen oder anderen lateinamerikanischen Wurzeln abzuschieben.
Wenn man konsequent wäre, müsste man eher jene mit europäischen Wurzeln in Frage stellen – schließlich waren sie es, die den Kontinent ursprünglich kolonisiert haben.

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Verlorenes Vertrauen – Wie Trumps Einreiseverbot arabischstämmige Wähler in Michigan entfremdet
Dearborn, Michigan – eine Stadt, in der fast jeder zweite Mensch arabische Wurzeln hat. Noch im November 2024 galt sie als Symbol einer vorsichtigen Annäherung: Donald Trump, auf Wahlkampftour in einem örtlichen Café, versprach Frieden im Nahen Osten und erhielt dafür überraschend viele Stimmen aus der arabisch-amerikanischen Community. Zum ersten Mal seit 2000 gewann ein Republikaner diese Stadt.

Doch nur ein halbes Jahr später ist von dieser Hoffnung kaum etwas übrig. Der Grund: ein neues Einreiseverbot, das Trump Anfang Juni unterzeichnete. Es betrifft Bürger aus zwölf Ländern – darunter Iran, Sudan, Somalia und vor allem: Jemen. Für viele in Dearborn, insbesondere jemenitische Amerikaner, fühlt sich diese Entscheidung wie ein Verrat an.

„Das ist der Dank für eine Gemeinschaft, die ihn unterstützt hat?“, fragt Aktivist Wali Altahif. Viele seiner Landsleute hatten Trump gewählt, in der Hoffnung auf ein Ende des Kriegs im Jemen. Heute erleben sie, wie sie erneut ausgegrenzt werden – von einem Präsidenten, dem sie vertraut hatten. Auch Rasheed Alnozili, Herausgeber der Yemeni American News, warnt vor den Folgen: Das Verbot stigmatisiere Muslime und fördere Islamfeindlichkeit. Es treffe Familien, deren Mitglieder seit Jahren auf Visa warten. Altahif berichtet, dass es fünf Jahre dauerte, bis seine Frau aus dem Jemen einreisen durfte. Jetzt, so fürchtet er, sei so etwas kaum mehr möglich.

 
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