Passt dazu
Die gottgewollte Unterwerfung â Eine Andacht aus dem WeiĂen Haus
Manchmal beginnt der RĂŒckfall in die Finsternis nicht mit einem Donnerschlag, sondern mit einem Mikrofon und einem Satz, der klingt wie aus dem Katechismus des Jahres 1425. âGott hat eine Ordnungâ, verkĂŒndete kĂŒrzlich Paula White-Cain, die Leiterin von Donald Trumps GlaubensbĂŒro â und erklĂ€rte dabei mit heiligem Ernst, Frauen mĂŒssten sich MĂ€nnern âunterordnenâ. Die Szene wirkt wie ein KabarettstĂŒck fĂŒr eine Welt, die lĂ€ngst keines mehr sehen will: Im Hintergrund Stars and Stripes, im Vordergrund eine Frau, die das Hohe Amt ihrer eigenen Unterlegenheit verwaltet. Man könnte lachen, wenn es nicht so ernst wĂ€re. Man könnte weinen, wenn es nicht so erwartbar wĂ€re. Denn dies ist kein Irrtum. Es ist Programm. Der Himmel als Verfassungsorgan. Die Berufung auf göttliche Ordnung ist in Trumps zweitem Amerika zur sĂ€kularen Gesetzesgrundlage geworden. Wo frĂŒher die Verfassung sprach, spricht nun die Bibel. Genauer: eine Interpretation jener Passagen, die sich besonders gut zur Disziplinierung eignen. Die Frau als FuĂnote des Mannes â so steht es geschrieben, so wird es nun verkĂŒndet. Dass diese Botschaft von einer Frau kommt â von Paula White-Cain, evangelikale Fernsehpredigerin und langjĂ€hrige spirituelle Beraterin Donald Trumps â ist kein Zufall, sondern Teil der Choreografie. Die freiwillige Unterwerfung wird zum moralischen Sieg verklĂ€rt. Nicht der Patriarch ist das Problem â sondern jene, die sich nicht in seine Ordnung fĂŒgen wollen. Man nennt das geistige KriegsfĂŒhrung. Mit einem LĂ€cheln.
Die neue Moralpolizei heiĂt GlaubensbĂŒro â Das GlaubensbĂŒro ist keine Behörde im klassischen Sinne. Es ist ein Resonanzraum fĂŒr die moralische RĂŒckabwicklung. Hier wird definiert, was SĂŒnde ist und was Substanz hat. Und die Frau? Sie hat sich unterzuordnen. Punkt. Wer glaubt, dies sei ein Zufallsprodukt religiösen Eifers, irrt: White-Cain, die sich in Fernsehpredigten regelmĂ€Ăig als Sprachrohr göttlicher Botschaft inszeniert, agiert lĂ€ngst als ideologische Statthalterin jener Ordnung, die Frauen nicht schĂŒtzt, sondern einhegt â ins Private, ins Schweigen, ins Gebet. Das patriarchale Theater als nationale Erweckung. Dass ein solcher Satz heute wieder öffentlich ausgesprochen wird â und nicht etwa in einem Hinterzimmer fundamentalistischer Zirkel, sondern unter der Flagge des WeiĂen Hauses â, sagt mehr ĂŒber den Zustand Amerikas als jede Umfrage. Trump, der sich gern als Messias des âgesunden Menschenverstandsâ inszeniert, ĂŒberlĂ€sst das Feine den Frommen. WĂ€hrend er Zölle predigt, predigen andere die Wiederherstellung der Hierarchie. Es ist eine Arbeitsteilung aus dem Lehrbuch autoritĂ€rer Gesellschaftsmodelle: der Mann regiert, der Glaube legitimiert, die Frau gehorcht. So entsteht eine Ordnung, in der alles seinen Platz hat â solange es der von gestern ist. Amen heiĂt jetzt: Schweig.
Manchmal beginnt der RĂŒckfall in die Finsternis nicht mit einem Donnerschlag, sondern mit einem Mikrofon und einem Satz, der klingt wie aus dem Katechismus des Jahres 1425. âGott hat eine Ordnungâ, verkĂŒndete kĂŒrzlich Paula White-Cain, die Leiterin von Donald Trumps GlaubensbĂŒro â und erklĂ€rte...
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