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US-News

Am Rand des Rechtsstaats – Unfassbar – Wie die Trump-Regierung Kilmar Abrego Garcia verfolgt und eine Verfassungskrise riskiert
Die Geschichte von Kilmar Armando Abrego Garcia ist lĂ€ngst mehr als ein Einzelschicksal. Sie ist zum Sinnbild dafĂŒr geworden, wie weit die Trump-Regierung bereit ist zu gehen, um ihre Migrationspolitik mit HĂ€rte und WillkĂŒr durchzusetzen – und wie skrupellos dabei grundlegende rechtsstaatliche Prinzipien missachtet werden. Heute, nur drei Tage nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft in einem Bundesverfahren in Nashville, wurde Abrego Garcia erneut festgenommen – diesmal vor den Augen seiner Frau, seines Bruders, seiner AnwĂ€lte und Dutzender UnterstĂŒtzer. Ort der Szene war das ICE-GebĂ€ude in Baltimore, wohin er eigentlich zu einem routinemĂ€ĂŸigen Check-in erscheinen sollte. Es wurde zur Falle. Kaum hatte er unter Applaus und Rufen wie „SĂ­ se puede“ die Stufen zum BundesgebĂ€ude erklommen, klickten die Handschellen. Wer versuchte Bilder von der Festnahmen zu machen, wurde direkt abgefĂŒhrt. Dabei hatte er wenige Minuten zuvor noch gesprochen – mit brĂŒchiger Stimme, aber voller WĂŒrde. „BrĂŒder und Schwestern, mein Name ist Kilmar Abrego Garcia. Und ich möchte, dass ihr euch daran erinnert: Heute kann ich mit Stolz sagen, dass ich frei bin und wieder mit meiner Familie vereint.“ Worte, die kaum verklungen waren, als er von denselben Behörden, die ihn erst im MĂ€rz rechtswidrig nach El Salvador abgeschoben hatten, wieder in Gewahrsam genommen wurde.

 
Der Showdown der Verzweifelten: Wenn ein Kartellstaat auf einen Narzissten trifft
Die USS Gravely, die USS Jason Dunham und die USS Sampson – drei Aegis-Zerstörer der US-Marine – durchpflĂŒgen die Karibik, begleitet von U-Booten und Kampfjets. In Caracas drĂ€ngen sich derweil Hunderte vor dem PrĂ€sidentenpalast Miraflores, um Formulare fĂŒr die bolivarische Miliz auszufĂŒllen. Frauen mit Einkaufstaschen, alte MĂ€nner mit zitternden HĂ€nden, Angestellte im grauen BĂŒroanzug – sie alle folgen Maduros Aufruf, sich gegen die „imperialistische Bedrohung“ zu wappnen. Es ist ein Schauspiel des Wahnsinns auf beiden Seiten des karibischen Meeres.

Donald Trump verdoppelt das Kopfgeld auf NicolĂĄs Maduro auf 50 Millionen Dollar – eine Summe, die mehr nach Wildwest-Romantik klingt als nach Diplomatie des 21. Jahrhunderts. Karoline Leavitt, Sprecherin des Weißen Hauses, wiederholt gebetsmĂŒhlenartig, man werde „alles in der Macht Stehende“ tun, um den Drogenhandel aus Venezuela zu zerschlagen. Doch was Trump hier inszeniert, ist nicht nur moralisch fragwĂŒrdig, sondern schlicht illegal. Nach Artikel 2 der UN-Charta ist die SouverĂ€nitĂ€t eines Staates unantastbar. MilitĂ€rische Interventionen sind nur mit Mandat des UN-Sicherheitsrats oder bei unmittelbarer Selbstverteidigung erlaubt. Venezuela bedroht die USA nicht. Trump hat kein Recht, dort einzumarschieren – egal wie oft er Maduro einen „KartellfĂŒhrer“ nennt. Die Ironie dabei: Trump, der Mann, der selbst 34-mal wegen FĂ€lschung von GeschĂ€ftsunterlagen verurteilt wurde, der Wahlniederlage leugnete und einen Mob aufs Kapitol hetzte, spielt sich als moralische Instanz auf. Ein verurteilter StraftĂ€ter, der einem mutmaßlichen Drogenbaron mit Kriegsschiffen droht – es ist die Groteske einer Weltordnung, die jeden Kompass verloren hat.

 
Trumps völkerrechtswidrige Drohkulisse

Was Trump auffĂŒhrt, ist nicht weniger grotesk. Die „Responsibility to Protect“, auf die sich manche BefĂŒrworter einer Intervention berufen, erfordert ein UN-Mandat. Die USA haben das nicht. Selbst der Vorwurf des Drogenhandels – und sei er noch so begrĂŒndet – gibt völkerrechtlich kein Recht zur militĂ€rischen Intervention. Strafverfolgung von StaatsoberhĂ€uptern ist Aufgabe internationaler Gerichtsbarkeit, nicht unilateraler Kanonenbootpolitik.

Trump weiß das. Seine Berater wissen das. Trotzdem schicken sie Zerstörer, erhöhen Kopfgelder, stufen venezolanische Gruppen wie Tren de Aragua als Terrororganisationen ein. Es ist die gleiche Arroganz, die 2003 zum Irak-Krieg fĂŒhrte – eine „prĂ€ventive“ Aggression, die Hunderttausende Tote und ein zerstörtes Land hinterließ. Libyen, Syrien, Afghanistan – die Liste amerikanischer Interventionen, die im Chaos endeten, ist lang. Und jetzt Venezuela? Die Doppelmoral ist atemberaubend. WĂ€hrend Washington Chevron die Lizenz zur Ölförderung in Venezuela verlĂ€ngert – das GeschĂ€ft muss schließlich weitergehen –, droht man gleichzeitig mit Invasion. Man tauscht Gefangene aus, verhandelt im Hinterzimmer, und schickt parallel die Marine. Es ist die Schizophrenie einer Außenpolitik, die zwischen GeschĂ€ftsinteressen und Großmachtfantasien pendelt.

 
Die Uniform der Erniedrigung – wie Trump die Nationalgarde zum MĂŒllsammeln schickt, die Hauptstadt militarisiert und die Justiz zu seinem Werkzeug macht
In Washington patrouillieren bewaffnete Soldaten der Nationalgarde, schwer ausgerĂŒstet, wie man es aus Krisenregionen kennt. Doch zwischen den Maschinengewehren und Einsatzstiefeln offenbart sich eine Szene, die grotesker kaum sein könnte: dieselben Truppen, die offiziell die Hauptstadt „sichern“ sollen, sammeln Gummihandschuhe von ParkbĂ€nken und schleppen MĂŒllsĂ€cke durch die Straßen. Ein von der D.C. National Guard stolz verbreitetes Video zeigt die Soldaten bei diesem „Einsatz“. Was wie eine harmlose Verschönerungskampagne daherkommt, ist in Wahrheit ein Symbol der EntwĂŒrdigung: die Umwandlung von StaatsbĂŒrgern in Objekte militĂ€rischer Ordnung und die Instrumentalisierung von Soldaten als Putzkolonne des PrĂ€sidenten.

Verteidigungsminister Pete Hegseth rechtfertigt das Vorgehen mit einem Satz, der in seiner KaltschnĂ€uzigkeit entlarvend ist. Er habe die Bewaffnung der Truppen in der Hauptstadt angeordnet, weil sie damit „fĂ€hig seien, sich selbst und andere zu verteidigen“. Es ist die banale Verpackung eines historischen Tabubruchs: der Militarisierung amerikanischer Straßen. WĂ€hrenddessen drĂŒckt sich das Pentagon um jede Antwort auf die Frage, warum die Nationalgarde plötzlich mit Sturmgewehren durch Washington lĂ€uft. Die offiziellen Einsatzregeln sprechen zwar von Gewalt „nur im Falle einer unmittelbar drohenden Gefahr des Todes oder schweren Schadens“ – doch die RealitĂ€t ist, dass ein PrĂ€sident seine politische Macht durch das martialische Bild bewaffneter Truppen im eigenen Land absichert.

 
Reporter: „WĂŒrden Sie auch in ErwĂ€gung ziehen, die Nationalgarde in rote Bundesstaaten und rote StĂ€dte zu schicken, in denen ebenfalls hohe KriminalitĂ€t herrscht?“
Donald Trump: „Sicher, aber davon gibt es nicht so viele.

Rangliste der nationalen GewaltkriminalitÀt Rote Bundesstaaten: Rote StÀdte

Sie haben keine Berechtigung AnhÀnge anzusehen. AnhÀnge sind ausgeblendet.
 

AnhÀnge

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Die RĂŒckkehr der Steinplatten – Amerikas Gotteswahn im 21. Jahrhundert
Es beginnt mit zehn SĂ€tzen, eingemeißelt in Stein, die Jahrtausende ĂŒberdauert haben. In Texas sollen sie nun wieder als moralischer Kompass dienen – nicht in Kirchen, sondern in Klassenzimmern. Generalstaatsanwalt Ken Paxton ordnet an, dass die Zehn Gebote ab dem 1. September in allen Schulen hĂ€ngen mĂŒssen, die nicht gerade von Klagen geschĂŒtzt sind. Es ist der Triumph einer Bewegung, die sich als Bewahrerin von Werten inszeniert und in Wahrheit das Fundament einer liberalen Demokratie untergrĂ€bt. Die Heuchelei springt einem ins Gesicht. Dieselben Politiker, die Korruption verharmlosen, Waffenfetische bedienen und Migrantenkinder in Lager sperren, wollen plötzlich HĂŒter des moralischen Erbes sein. Dieselben HĂ€nde, die Gesetze beugen und Richter einschĂŒchtern, erheben nun die Tafeln Moses’ als Banner angeblicher Tugend. Man muss es deutlich sagen: Hier geht es nicht um Moral, sondern um Macht. Nicht um Glauben, sondern um Kontrolle. Amerika erlebt eine religiöse RĂŒckkehr, die mehr mit Zwang als mit Inspiration zu tun hat. Was als „christliches Erbe“ verkauft wird, ist nichts anderes als eine neue Form der Staatsreligion. Die Bibel wird zur politischen Waffe, das Klassenzimmer zum Altar, der SchĂŒler zur Zielscheibe ideologischer Indoktrination. Hinter dem Pathos von „Tradition“ und „Werten“ steckt die schlichte Strategie: eine Nation unter Gott – aber nur unter dem Gott der Rechten.

Was in Texas geschieht, erinnert weniger an eine moderne Demokratie als an die Mechanismen fundamentalistischer Regime. Wenn ein Generalstaatsanwalt Schulen vorschreibt, religiöse Gebote an die WÀnde zu hÀngen, unterscheidet sich das in seiner Logik kaum von den Taliban, die Koranverse in Klassenzimmern erzwingen. Der Staat macht sich zum Vollstrecker einer Glaubensdoktrin, die Vielfalt verdrÀngt und Abweichung stigmatisiert. Es ist die schleichende Transformation einer offenen Gesellschaft in einen Gottesstaat, in dem nicht mehr das Recht, sondern der Glaube das letzte Wort haben soll. Dass dies in einem Land geschieht, dessen Verfassung die Trennung von Kirche und Staat als Schutzwall errichtet hat, ist mehr als eine Ironie, es ist eine BankrotterklÀrung.

 
Um ihn zu verhaften?
Mehr Polizei und StaatsanwÀlte
Trump ordnet GrĂŒndung einer Spezialeinheit fĂŒr Washington an
Der US-PrĂ€sident schickt vor Wochen bereits Nationalgardisten in die Bundeshauptstadt Washington, angeblich wegen ausufernder KriminalitĂ€t. Deren Einsatz reicht Trump jedoch nicht aus. Nun lĂ€sst er noch eine Spezialeinheit grĂŒnden. Die könnte bald im ganzen Land zum Einsatz kommen.

US-PrĂ€sident Donald Trump versucht die Kontrolle ĂŒber die Hauptstadt Washington DC durch die Nationalgarde auszuweiten. Trump ordnete in einem Dekret die GrĂŒndung einer "spezialisierten Einheit der Nationalgarde von DC" an, die darin trainiert sei, "öffentliche Sicherheit und Ordnung sicherzustellen".

Auch Nationalgardisten in anderen Bundesstaaten sollten ein solches Training erhalten, heißt es in dem Dekret weiter. Sie sollen bei möglichen "Unruhen" landesweit eingesetzt werden können.

Mit Blick auf die Hauptstadt Washington ordnete Trump zudem an, weitere StaatsanwĂ€lte und weitere Beamte der fĂŒr Parks zustĂ€ndigen Polizei einzustellen. Außerdem sollen die Möglichkeiten eingeschrĂ€nkt werden, dass Festgenommene gegen Kaution auf freien Fuß kommen.

 
„Wusstest du, dass es diesen Dienstag eine Sonderwahl in Iowa gibt, die die Supermehrheit der Republikaner im Senat des Bundesstaates brechen könnte?
Ich hatte keine Ahnung.
Habe es gerade erst auf TikTok gesehen.
Jetzt mal aus Neugier: Findest du nicht, dass das DNC (Democratic National Committee) nationale Demokraten hĂ€tte mobilisieren sollen, um diese Aktion zu unterstĂŒtzen?“**

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Sonderwahlen können außergewöhnlich wichtig sein, weil sie oft:
MehrheitsverhÀltnisse kippen können: In Iowa haben die Republikaner derzeit eine Supermehrheit im Parlament, also mehr als zwei Drittel der Sitze. Das erlaubt ihnen, Gesetze ohne Zustimmung der Demokraten durchzubringen.
Geringe Wahlbeteiligung haben: Da sie außerhalb regulĂ€rer Wahlzyklen stattfinden, bekommen viele Menschen sie gar nicht mit – wie Pam Keith in dem Post, den du geteilt hast.
Symbolkraft besitzen: Ein Sieg der Demokraten in einem traditionell republikanischen Bezirk wĂ€re ein starkes Signal – sowohl lokal als auch national.
Kurzfristig angesetzt werden: In Iowa muss der Gouverneur innerhalb von fĂŒnf Tagen nach einer Vakanz eine Wahl ansetzen. Das macht es schwer, rechtzeitig Aufmerksamkeit und UnterstĂŒtzung zu mobilisieren.
 

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US-PrÀsident Trump entlÀsst Fed-Gouverneurin Cook
Weil er niedrigere Zinsen will, macht Donald Trump unentwegt Druck auf die US-Notenbank. Lisa Cook will um ihren Posten kÀmpfen

Washington – US-PrĂ€sident Donald Trump greift in die Personalpolitik der Notenbank Federal Reserve (Fed) ein. Fed-Gouverneurin Lisa Cook werde mit sofortiger Wirkung aus ihrem Amt im Vorstand entlassen, teilte der Republikaner in der Nacht auf Dienstag (MESZ) auf seiner Plattform Truth Social mit. Als Grund nannte er in seinem Brief an Cook, dass es hinreichende GrĂŒnde zu der Annahme gebe, dass sie in einem oder mehreren HypothekenvertrĂ€gen falsche Angaben gemacht habe.

Ein PrĂ€sident kann per Gesetz Zentralbank-Gouverneure nur entlassen, wenn es hinreichende GrĂŒnde gibt. Cook machte deutlich, dass sie um ihren Posten kĂ€mpfen will. "Der PrĂ€sident gab an, mich 'mit GrĂŒnden' zu feuern, wĂ€hrend rechtlich keine GrĂŒnde existieren – und er keine Vollmachten hat, dies zu tun", hieß es in einer Stellungnahme ihrer Anwaltsfirma, die unter anderem der Finanzdienst Bloomberg und die Website Axios verbreiteten. Sie werde weiter ihr Amt ausĂŒben. Cook kann vor Gericht die Wiederherstellung ihres Mandats beantragen.

Trump schon vor Tagen: "Ja, ich werde sie feuern"

 
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