Poststopp nach Washingtons Zollchaos – Mexiko kappt die Paketverbindungen in die USA
Es ist eine Nachricht, die auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, deren Folgen jedoch gewaltig sein dürften: Mexiko hat am Mittwoch angekündigt, die Postsendungen in die Vereinigten Staaten auszusetzen. Nicht, weil Postbeamte streiken oder Flugzeuge fehlen, sondern weil die Trump-Regierung das Fundament des internationalen Paketverkehrs ins Wanken bringt – die sogenannte „de minimis“-Regelung. Bisher konnten Waren im Wert von bis zu 800 Dollar zollfrei in die USA eingeführt werden. Ein unscheinbarer Schwellenwert, der sich in Wahrheit als Motor des Onlinehandels und des transnationalen Konsums entpuppte: 1,36 Milliarden Pakete mit einem Warenwert von insgesamt 64,6 Milliarden Dollar erreichten im Jahr 2024 unter dieser Ausnahmeregelung amerikanische Haushalte. Nun soll damit Schluss sein. Ab Freitag, so die Vorgabe aus Washington, fällt auch für Kleinstsendungen Zoll an. Mexikos staatlicher Postdienst Correos de Mexico reagierte mit einem Schritt, der kaum Symbolkraft, dafür aber enorme praktische Wirkung entfalten dürfte: Ab sofort werden keine Pakete mehr in die Vereinigten Staaten befördert. „Mexiko setzt seinen Dialog mit den US-Behörden und internationalen Postorganisationen fort, um Mechanismen zu definieren, die eine geordnete Wiederaufnahme der Dienstleistungen ermöglichen“, hieß es in einer Erklärung. Doch der Kern ist klar: Bis auf Weiteres fließt nichts mehr. Damit reiht sich Mexiko in eine wachsende Liste von Ländern ein, die unter Trumps Zollpolitik die Notbremse ziehen. Auch Postdienste aus der Europäischen Union, aus Australien und Japan haben ihre Sendungen gestoppt. Überall herrscht dieselbe Unsicherheit: Welche Gebühren, welche Formalitäten, welche Verzögerungen drohen, sobald die „de minimis“-Grenze fällt?
Die Folgen für die USA sind gravierend. Millionen amerikanische Verbraucher, die sich längst daran gewöhnt haben, mit wenigen Klicks billige Elektronik aus Shenzhen, Ersatzteile aus Mexiko oder Kosmetik aus Europa zu bestellen, sehen sich mit höheren Preisen, längeren Wartezeiten und im schlimmsten Fall leeren Paketkästen konfrontiert. Für kleine Unternehmen, die ihre Geschäftsmodelle auf günstige Importware aufgebaut haben, bedeutet die neue Zollpraxis einen Schlag ins Mark. Händler, die über Plattformen wie Amazon, Etsy oder eBay ihre Produkte vertreiben, müssen künftig nicht nur höhere Kosten einkalkulieren, sondern auch komplexere Zollprozesse abwickeln – Prozesse, die für Großkonzerne lösbar sind, kleine Händler jedoch überfordern. Die ökonomischen Folgen sind leicht zu beziffern. Allein im Jahr 2024 passierten Waren im Wert von 64,6 Milliarden Dollar die Grenze unter der „de minimis“-Regel. Fällt diese Schranke, schlagen selbst moderate Zollsätze brutal durch: Schon ein Aufschlag von zehn Prozent bedeutet Mehrkosten von über sechs Milliarden Dollar jährlich für amerikanische Verbraucher und Händler, bei 15 Prozent wären es fast zehn Milliarden, bei 20 Prozent knapp dreizehn Milliarden. Es sind Summen, die nicht in den Bilanzen verschwinden, sondern direkt im Portemonnaie der Menschen spürbar werden – in teureren Konsumgütern, höheren Lieferkosten und einer geschwächten Kaufkraft. Zugleich offenbart der Konflikt die Abhängigkeit der USA von genau jenen Lieferketten, die Trump rhetorisch seit Jahren bekämpft. Wer 64 Milliarden Dollar an Warenzufuhr innerhalb eines Jahres über eine Zollschwelle abwickelt, der zeigt damit vor allem eines: dass die Vereinigten Staaten längst in einem Netz globaler Mikroimporte gefangen sind. Wird dieser Strom gekappt, entstehen Lücken, die weder die heimische Produktion noch alternative Handelswege kurzfristig schließen können.
Mexiko hat am Mittwoch angekündigt, die Postsendungen in die Vereinigten Staaten auszusetzen. Nicht, weil Postbeamte streiken oder Flugzeuge fehlen, sondern weil die Trump-Regierung das Fundament des internationalen Paketverkehrs ins Wanken bringt – die sogenannte „de minimis“-Regelung. Bisher...
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