Kriegsministerium – Trumps Rückkehr ins Jahr 1789
Man reibt sich die Augen, aber der Präsident meint es ernst. Donald J. Trump, 79 Jahre alt, will das Pentagon umtaufen. Aus dem Department of Defense, dem Verteidigungsministerium, soll wieder das Kriegsministerium werden. Krieg als Marke, Krieg als Selbstverständnis, Krieg als Branding. Die Zukunft heißt Vergangenheit, und wenn es nach Trump geht, sogar Vergangenheit mit Sternchen und Fanfare. Die Begründung ist so schlicht wie bezeichnend: „Defense ist zu defensiv“, erklärte der Präsident. „Wir wollen defensiv sein, aber auch offensiv, wenn wir müssen.“ Wer in diesen Tagen aus dem Weißen Haus hört, wie aus „offensiv“ ein Regierungsprogramm werden soll, weiß: Dieses „wenn wir müssen“ ist dehnbar wie Kaugummi. Und während Verteidigungsminister Pete Hegseth mit dem Grinsen eines Fernsehpredigers „seinen Krieg“ ankündigt, sieht die Welt zu, wie Amerika den Schritt zurück wagt – zurück in eine Ära, in der das Land gegen Mexiko, Spanien und halbe Kontinente Krieg führte, und sich dabei nicht einmal bemühte, es anders zu nennen.
Man könnte lachen, wenn es nicht so ernst wäre. Ein Präsident, der in aller Öffentlichkeit den Krieg romantisiert, weil er sich selbst als siegreichen Feldherrn inszenieren möchte, ist keine Parodie, sondern eine Regierungsrealität. Trump spricht von „unserer unglaublichen Geschichte der Siege“ und meint damit nicht nur die beiden Weltkriege, sondern auch all die vergessenen Kriege, die unter dem Banner des Kriegsministeriums geführt wurden – gegen indigene Völker, gegen Nachbarstaaten, gegen Gegner, die nie eine Chance hatten. Wer hier Sentimentalität wittert, irrt: Es ist das Manifest einer Regierung, die Krieg wieder als Ausdruck nationaler Stärke begreift, als Bühne, auf der Macht demonstriert wird.
Das Verteidigungsministerium sei zu weich, zu sehr von Diplomatie und Moral vernebelt. Trump will den Klang des Krieges zurückholen – als sei er ein Soundtrack, den man nur lauter drehen muss, um wieder Respekt in der Welt zu bekommen. Senator Rick Scott jubelt bereits, dies zeige Amerikas...
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