Solche Zeiten wie 1929 ff. wird es nicht mehr geben. Wir sind in der postmodernen Ära und einfach zu viele Menschen sind auf dem Planeten.
Eben, zu viele Menschen und daher auch zu viele Flüchtlinge und Migranten gegen die man hetzen kann, Kickl hat während der Coronazeit eine "Demo" angeführt, die durch ein ehemalige Judenviertel geführt hat, da waren schon sehr antisemitische Rufen von den Demonstranten zu hören und zu Abschluss hielt er eine Rede im Prater, hat sich angehört wie der Klumpfuß aus der unseligen Zeit.
Der Demozug durch die Leopoldstadt
Dass der Zug durch das ehemalige Judenviertel ging, während solche Reden gehalten wurden, empfanden viele Beobachter als bewusste Provokation. Es wurde kritisiert, dass Kickl als Redner die antisemitischen Plakate (wie den gelben „Ungeimpft“-Stern) in der Menge nicht verurteilte, sondern die Stimmung für seine Zwecke nutzte.
orf.at
Youtube hat leider das Video gelöscht
Wenn man die Augen schließt, fallen bei dieser Rede im Prater drei Dinge besonders auf, die stark an die Demagogie der 1930er Jahre erinnern:
Stimmführung und Rhythmik: Kickl hat dort sehr abgehakt, hart und mit einer stetig steigenden Aggressivität gesprochen. Dieses gezielte Peitschen der Stimme, um die Menge in Wallung zu bringen, ist ein klassisches Element der damaligen Propagandareden.
Wortwahl (Diktion): Begriffe wie „Systemparteien“, „Volksverräter“ oder eben das Anstacheln zu „Lügenpresse“-Chören sind Begriffe, die historisch extrem vorbelastet sind. Wenn er von einer „Reinigung“ oder dem „Widerstand des Volkes“ spricht, bedient er sich genau dieses Vokabulars.
Das Wechselspiel mit der Menge: Er hat Pausen so gesetzt, dass die Masse mit hasserfüllten Sprechchören antworten konnte. Dieses „Einswerden“ von Redner und aufgepeitschter Menge auf einem freien Feld (wie der Jesuitenwiese) erzeugt eine Dynamik, die man aus alten Wochenschau-Aufnahmen kennt.
Der Historiker Oliver Rathkolb und andere Experten haben damals gewarnt, dass hier bewusst mit einer Ästhetik des Autoritären gespielt wurde. Es ging darum, die Grenze des Sagbaren zu verschieben und eine Stimmung des Umsturzes zu erzeugen.