Novemberpogrome
Gedenkmarsch in Wien
Hunderte Menschen sind am Donnerstag auf Initiative von Israelitischer Kulturgemeinde (IKG) und Jüdischer Jugend Wiens durch die Wiener Innenstadt gezogen, um der Novemberpogrome von 1938 zu gedenken. Allgegenwärtig bei der Veranstaltung, an der auch Spitzenpolitikerinnen und -politiker teilnahmen, war der Angriff der Terrororganisation Hamas im Oktober 2023 auf Israel.
In der Nacht von 9. auf 10. November 1938 wurden im gesamten „Deutschen Reich“ systematisch Synagogen in Brand gesteckt, jüdische Geschäfte geplündert und Jüdinnen und Juden misshandelt. Allein in Österreich wurden damals mindestens 30 Juden getötet, 7.800 verhaftet und aus Wien rund 4.000 sofort ins Konzentrationslager Dachau deportiert.
Die Übergriffe vom 9. November 1938 hätten in den Gaskammern von Mauthausen, Auschwitz und Treblinka geendet, erinnerte IKG-Präsident Oskar Deutsch in seiner Rede auf dem Wiener Judenplatz. Begonnen habe der Antisemitismus aber „mit dem Wort, mit der Beleidigung, mit der Lüge, mit dem Gerücht über den Juden“. Die Pogrome seien zwar von oben verordnet worden, doch alle hätten zugeschaut und viele mitgemacht.
IKG-Präsident erneuert Kritik an Rosenkranz
Als „skandalös“ bezeichnete der IKG-Präsident, dass 86 Jahre danach mit dem Freiheitlichen Walter Rosenkranz jemand zum Nationalratspräsidenten gewählt wurde, dessen deutschnationale Burschenschaft Libertas schon im 19. Jahrhundert Juden per Arierparagraf ausgeschlossen habe. „Wir vergessen nicht, was war“, betonte Deutsch.
Hunderte Menschen sind am Donnerstag auf Initiative von Israelitischer Kulturgemeinde (IKG) und Jüdischer Jugend Wiens durch die Wiener Innenstadt gezogen, um der Novemberpogrome von 1938 zu gedenken. Allgegenwärtig bei der Veranstaltung, an der auch Spitzenpolitikerinnen und -politiker...
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