Schutzgeld an den IS
Millionenstrafe von Lafarge gefordert
Im Prozess gegen frühere Verantwortliche des französischen Baustoffkonzerns wegen mutmaßlicher Terrorismusfinanzierung in Syrien haben am Dienstag die Schlussplädoyers stattgefunden. Ihnen war vorgeworfen worden, vor Jahren Millionen Euro als eine Art Schutzgeld an dschihadistische Gruppen bezahlt zu haben, um ein Werk während des syrischen Bürgerkriegs weiterbetreiben zu können. Die Anklage verlangt eine Strafe in Millionenhöhe
Die Strafandrohung für die angeklagten ehemaligen Manager und syrischen Mittelsmänner beträgt bis zu acht Jahre Haft. Die französische Staatsanwaltschaft verlangte zudem wegen der Missachtung der damals geltenden Sanktionen eine Strafe in Höhe von 4,57 Millionen Euro sowie eine weitere Strafe in Höhe von 1,125 Millionen Euro wegen Terrorfinanzierung. Die Gerichtsverhandlung endet am Freitag.
Mit einem Urteil wird Anfang 2026 gerechnet. „Hier geht es nicht um eine Finanzaffäre, sondern um eine Terrorismusaffäre“, betonte Staatsanwältin Aurelie Valente. Sie sprach von einer „Entgleisung“, die dazu geführt habe, dass Lafarge aus rein kommerziellen Gründen Terrororganisationen finanziert habe.
Geld für Zementwerk in Syrien
Der Prozess in Paris war laut Medienberichten der erste gegen ein französisches Unternehmen wegen entsprechender Vorwürfe. Diese bezogen sich auf die Jahre 2013 bis 2014, nachdem in Syrien nach dem „arabischen Frühling“ 2011 der Bürgerkrieg begonnen hatte. Vor Gericht verantworten musste sich auch der frühere Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Bruno Lafont.
Im Prozess gegen frühere Verantwortliche des französischen Baustoffkonzerns wegen mutmaßlicher Terrorismusfinanzierung in Syrien haben am Dienstag die Schlussplädoyers stattgefunden. Ihnen war vorgeworfen worden, vor Jahren Millionen Euro als eine Art Schutzgeld an dschihadistische Gruppen...
orf.at