Die schwierige Hilfe für Flüchtlinge
Bei Menschen, die gerne helfen und offen auf Flüchtlinge zugehen, mischt sich Unbehagen ins Engagement. Über den schwierigen Umgang mit Erwartungen und Enttäuschungen
In den Kirchen wird am 24. Dezember die Herbergsuche zelebriert. Im realen Leben fällt sie heuer noch schwieriger aus. Flüchtlinge sind nicht willkommen. Noch weniger als sonst. Das hat viele Ursachen. Die Intensität der Konflikte und Kriegsgeschehen, mit denen wir konfrontiert sind, übersteigt die Aufnahmefähigkeit vieler. Das Weltgeschehen wird zunehmend als bedrohlich empfunden. Immer mehr Menschen machen zu und ziehen sich zurück. Die Bereitschaft, mit offenen Armen und Gedanken auf Flüchtende zuzugehen, hat abgenommen. Das Geschehen von 2015, als überraschend viele Asylsuchende durchs Land gezogen sind, ist noch nicht aufgearbeitet.
Handfeste Probleme
Und es gibt reale, ganz handfeste Probleme. Die Integration funktioniert nicht so, wie wir das erwartet haben. Die bittere Erkenntnis, dass die FPÖ ihre Finger in eine Wunde legt, die mehr Menschen als die üblichen Rassisten und Fremdenfeinde als schmerzhaft empfinden, lässt viele ratlos zurück. Auch in linken und liberalen Kreisen macht sich ein Unbehagen breit. Haben wir zu viele aufgenommen? Die Falschen? Wie viele kommen noch? Wie können wir mit ihnen auskommen?
Gerade an Menschen, die aus muslimisch geprägten Ländern kommen, entzündet sich ein Konflikt. Wie stark greift die Religion ins Zusammenleben, ins Miteinander, in den gegenseitigen Respekt ein? Dazu kommt der Antisemitismus, der durch den Krieg im Nahen Osten befeuert wird und für Debatten sorgt, die wir in dieser Heftigkeit so nicht gekannt haben.
Bei Menschen, die gerne helfen und offen auf Flüchtlinge zugehen, mischt sich Unbehagen ins Engagement. Über den schwierigen Umgang mit Erwartungen und Enttäuschungen
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