Aktuelles
  • Herzlich Willkommen im Balkanforum
    Sind Sie neu hier? Dann werden Sie Mitglied in unserer Community.
    Bitte hier registrieren

Nachrichten aus Österreich

Nationalfeiertag mit Nazi-Nostalgie
Ein darniederliegendes Österreich braucht rasch eine fähige Regierung

Seit Herbert Kickl, der Märtyrer, als Reisender in Glasmenagerie der hochlöblichen Firma Swarovski einen Kundenstock hinter der roten Tapetentür erschlossen hat, intensivieren sich in gewissen Kreisen die Zweifel am Ruf der Eule, der Vogel, den der Bundespräsident nun habe, verkörpere tatsächlich Weisheit. Und natürlich am Bundespräsidenten, der sich eulenimmun weigert, Wahlkampf für die steirische Volkspartei zu führen, indem er Kickl mit einem Auftrag zur Regierungsbildung von der Gegend ablenkt, in der der Aar noch haust.

Es ist unverschämt und nirgends in der Verfassung gedeckt, vom Staatsoberhaupt zu verlangen, es möge hilflosen Politikern, denen vor anstehenden Wahlen graut, die Kastanien aus dem Feuer holen, noch dazu mit Methoden, die sie selber anderswo als kontraproduktiv empfinden. Es gilt allgemein, ein darniederliegendes Österreich bedürfe rasch einer fähigen Regierung. Ein Auftrag an Kickl zur Bildung einer solchen wäre aber reine Zeitverschwendung gewesen und hätte aus den bekannten Gründen nur zu einer sinnlosen Hinauszögerung einer Regierungsbildung ohne ihn geführt.

 
Schon geht es los. Das ist schon mal eine beschissene Aussage. Schlagende deutschnationale Burschenschafter braucht niemand. Klar wird jemand abgelehnt, der einen Nazi toll gefunden hat und kein Problem mit deutschnationalen Burschenschaften hat.
Der erste freiheitliche Nationalratspräsident Walter Rosenkranz vermisst die öffentliche Aufklärung über Burschenschaften, die wesentlich für die Republik seien, sagte er im Interview mit der APA. „Sie sind ein unverzichtbarer Bestandteil in der Geschichte der Staatswerdung, der Demokratie und der Verfassung in Österreich, aber da fehlt es sicherlich an Aufklärung“, so Rosenkranz weiter zur Rolle studentischer Verbindungen während der Bürgerlichen Revolution 1848.

Rosenkranz selbst ist Mitglied der Verbindung Libertas. Diesen Umstand hatten vor der Wahl des Freiheitlichen unter anderem die Grünen und die Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG) heftig kritisiert. Der neue Nationalratspräsident sieht darin „einseitige Information“. Studentenverbindungen seien eine Entwicklung aus dem 19. Jahrhundert und „in ihrer Komplexität, in ihrer Geschichte, in ihrer Tradition der breiten Öffentlichkeit tatsächlich nicht bekannt“.

Schlagende Verbindungen sorgten in Österreich allerdings immer wieder für rechtsextreme Skandale. Die Libertas etwa verlieh vor rund fünfzehn Jahren ihren Förderpreis dem Bund Freier Jugend, der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wird.

Stellungnahme zu Gesprächsverweigerung der IKG

 
Darum wollen SPÖ und ÖVP keine Koalition mit Herbert Kickl eingehen
Bundespräsident Van der Bellen hat klar Stellung bezogen: Er übergeht Wahlsieger Kickl und beauftragt Nehammer mit der Regierungsbildung. Die Parteivorsitzenden der SPÖ und ÖVP haben klar Stellung bezogen: Eine Koalition mit der FPÖ unter der Führung von Herbert Kickl kommt für sie nicht infrage. Diese Entscheidung basiert auf einer Reihe von schwerwiegenden Bedenken, die sie auch gegenüber Bundespräsident Alexander Van der Bellen geäußert haben.

Zu den Hauptgründen zählt die Sorge um die Stabilität der liberalen Demokratie in Österreich. Die Rechtsstaatlichkeit und die Gewaltenteilung, wesentliche Pfeiler der Demokratie, könnten unter der Führung von Kickl gefährdet sein. Insbesondere wird seine mangelnde pro-europäische Haltung kritisch betrachtet, da sie den Wirtschaftsstandort Österreich schwächen könnte. Eine klare pro-europäische Ausrichtung ist für die Zukunft des Landes und die internationale Zusammenarbeit von großer Bedeutung.

Ein weiteres zentrales Thema ist Kickls Russlandpolitik und seine Nähe zu Wladimir Putin. In einer Zeit, in der Russland aufgrund internationaler Spannungen im Fokus steht, sehen SPÖ und ÖVP diese politische Nähe als problematisch. Sie befürchten, dass Österreich durch Kickls Haltung diplomatisch isoliert werden könnte.

Auch in puncto Sicherheit bestehen erhebliche Bedenken. Ausländische Geheimdienste hätten bereits angedeutet, dass sie ihre Zusammenarbeit mit Österreich massiv einschränken würden, sollte Kickl Teil der Regierung werden. Dies wäre ein schwerwiegendes Risiko für die nationale Sicherheit und die internationale Verlässlichkeit des Landes.

 
Was feiern wir am 26. Oktober?
Österreichs Bürger feiern am 26. Oktober den österreichischen Nationalfeiertag. Der Tag, an dem 1955 im österreichischen Nationalrat das Gesetz über die dauernde Neutralität verabschiedet wurde. Seitdem hat sich Österreich zu einem starken Nationalstaat mit demokratischem Rechtsstaat, funktionierender Sozialpartnerschaft, sozialer Marktwirtschaft und einem steten aktiven Einsatz für grundlegende Bürger- und Menschenrechte entwickelt.

Wie wurde der Nationalfeiertag früher gefeiert?
Der erste Nationalfeiertag der Republik Österreich wurde am 12. November 1919 gefeiert, dem ersten Jahrestag der Gründung der Ersten Republik nach dem Ersten Weltkrieg. Der zehnte Jahrestag wurde von der österreichischen Regierung mit großen Paraden auf dem Wiener Ring, wo ein Denkmal der Republik enthüllt wurde, gefeiert.

 
22% der Bevölkerung in Österreich sind im Ausland geboren
Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) hat eine aktuelle Broschüre veröffentlicht, die aufschlussreiche Daten zur Bevölkerungsstruktur und deren Veränderungen in Österreich bietet. Im Jahr 2024 leben insgesamt 2,038 Millionen Menschen in Österreich, die im Ausland geboren wurden. Dies repräsentiert 22,3 Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes und spiegelt einen Anstieg um 2,7 Prozentpunkte seit 2019 wider.

Den größten Anteil der im Ausland geborenen Bevölkerung stellen Personen aus Deutschland mit 265.100 dar, gefolgt von 178.900 aus Bosnien-Herzegowina und 165.300 aus der Türkei. Im Jahr 2023 wanderten etwa 195.000 Personen neu nach Österreich ein, gegenüber 261.900 im Jahr 2022, während etwa 128.300 das Land verließen, im Vergleich zu 125.000 im Vorjahr. Deutsche Staatsangehörige führten mit knapp 19.800 Personen die Einwanderung an, gefolgt von Bürgern aus Rumänien (19.300), der Ukraine (15.700) und Syrien (15.200).

 
Mehr muss man über dieses Mitglied der schlagenden deutschnationalen Burschenschaft nicht wissen.
Seine Wahl ist ein absoluter und negativer Tabubruch in der Geschichte unserer Volksvertretung seit 1945. Rosenkranz ist bis heute Mitglied einer Jüdinnen und Juden die Mitgliedschaft verbietenden, deutschnationalen Burschenschaft, der Libertas, ganz im Stil der Antisemiten des 19. und 20. Jahrhunderts. Auf der Webseite der „Libertas“ prangt auf dem Vereinshaus nicht die österreichische, sondern die Fahne Deutschlands, so, als ob „Anschluss“-Gedanken noch immer erstrebenswert wären.


Nicht genug damit, lädt er dan auch noch Orban ein. Neben vielen seiner schlechten Eigenschaften ist Orban auch ein Antisemit
Rosenkranz holt Viktor Orban als ersten Staatsgast
Am Nationalfeiertag wurde bekannt, dass der neue Nationalratspräsident Walter Rosenkranz bald seinen ersten Gast im österreichischen Parlament empfangen wird: Ungarns umstrittener Premierminister Viktor Orban.

Dieser Überraschungsbesuch wurde aus Parlamentskreisen bestätigt, nachdem die Zeitung „Heute“ darüber berichtet hatte.

 
Entbehrt nicht einer gewissen Komik, wenn jemand einen Möchtegerndiktator unterstützt und diesen als Garanten für die Freiheit bezeichnet :mrgreen:
"Macht euch bereit!" Wofür?
Bundeskanzler und Bundespräsident verurteilen den Aufruf einer FPÖ-Sympathisantengruppe zu einer Demo am Gedenktag des 9. November

Die Empörung des Bundeskanzlers war echt. Bei seiner Rede zur Angelobung der neuen Rekruten am Heldenplatz zum Nationalfeiertag sagte Karl Nehammer, er sei "zutiefst empört", dass eine dubiose rechte Gruppierung ausgerechnet an einem "der ernsthaftesten Gedenktage, die wir haben", dem 9. November, zu einer Demo gegen den Ausschluss der FPÖ aus den Regierungsverhandlungen aufgerufen habe. Am 9. November 1938 fand im Dritten Reich, zu dem damals schon Österreich gehörte, eine organisierte, massive Gewaltaktion gegen die Juden statt. Die Österreicher leisteten dabei übrigens eine Fleißaufgabe an Brutalität.

Die Demo soll unter dem Motto "Macht euch bereit!" laufen und wird von einer Gruppe betrieben, in der sich Corona-Schwurbler, Rechtsextreme, Russenfreunde, "Umvolkungs"-Paranoiker und so weiter versammeln. Im Wahlkampf unterstützten sie Herbert Kickl, den sie als "Garant für die Freiheit" bezeichnen.

 
Im umjubelten Vaterland klafft ein Hymnenabgrund
Der Umgang der Politik mit Staats- und Landessymbolen und ihren Schöpfern ist bedenklich. Warum dieses Mauern? Ein Denkanstoß zum Nationalfeiertag

In diesem Gastkommentar widmet sich der Schriftsteller Ludwig Laher dem Umgang der Politik mit Hymnen und ihren mitunter "der Barbarei huldigenden Schöpfern".

Es gibt in diesen Krisenzeiten wahrlich Wichtigeres als die österreichischen Hymnen des Bundes und der Länder. Dennoch sollte es uns nicht egal sein, dass Text oder Melodie von fünf der acht Landeshymnen von deklarierten und engagierten NS-Parteigängern und/oder Radikalantisemiten stammen, zwei weitere, in der kleinen Republik erst zu Hymnenehren gelangt, ungeniert Territorialansprüche auf verlorene Gebiete der Donaumonarchie stellen.

Im Fall dieser zweifelhaften offiziellen Symbole, deren gehässige Herabwürdigung – was immer das heißen mag – sogar mit Haftstrafen geahndet werden kann, scheint sich das Altgestrige mit dem Neugestrigen zum Ewiggestrigen zu verbünden. Die Landtage und Landesregierungen sehen nämlich keinerlei Änderungsbedarf, indem sie argumentieren, die verstaubten Hymnentexte selbst, die den kühnen Jäger, die nervige Hand am Pfluge, die jodelnde Sennerin, die Liebe des Hünderls zum Herrn, Mannesmut und Frauentreu, das Mütterlein, die Scholle, das verratne Deutsche Reich oder die flammende Fahne besingen, seien völlig unproblematisch, ja identitätsstiftend. Bis dato sind selbst die vielen Straßen, Schulen, Denkmäler und sonstigen öffentlichen Würdigungen der etwa die Ausrottung der Jüdinnen und Juden anregenden oder das Horst-Wessel-Lied fürs Salzburger Glockenspiel einrichtenden Hymnenurheber nicht einmal mit Ergänzungstafeln versehen worden. Erst letzten Sommer hat das schwarz-blaue Salzburg seine Hymne justament gesetzlich geschützt, um sie – O-Ton FPÖ-Klubobmann Andreas Schöppl – vor linken Umtrieben, also, laut Duden, vor umstürzlerischen Aktivitäten zu schützen.

 
Gebe ich auch zu, ist ein Problem
Deutsch in der Minderheit: Nur 1 von 4 Wiener Schülern spricht Deutsch
In den Mittelschulen Wiens kommunizieren die meisten Schülerinnen und Schüler außerhalb des Unterrichts nicht auf Deutsch. Nach aktuellen Zahlen von STATcube der Statistik Austria sprechen nur 8.479 der insgesamt 26.816 Kinder und Jugendlichen Deutsch als Umgangssprache. Dies entspricht lediglich einem Viertel der Schüler, während 76 Prozent eine andere Sprache in ihrer Freizeit nutzen.

Bezirksweise Sprachunterschiede
Besonders hervorzuheben sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Bezirken. Im 5. Bezirk, Margareten, verwenden 95,4 Prozent der 10- bis 14-Jährigen eine andere Sprache als Deutsch zu Hause. Ähnlich hoch ist der Anteil in Hernals mit 92,2 Prozent und am Alsergrund mit 91,2 Prozent. Diese Werte sind bemerkenswert, da sie von gängigen Vorstellungen über diese Bezirke abweichen.

 
Zurück
Oben