1945: Hans Rauscher über das Kriegsende und ein neues Österreich
Wie großer Schrecken und schwache Hoffnung vor 80 Jahren die letzten dramatischen Wochen des Zweiten Weltkriegs und der Diktatur Wochen bestimmten
Am Abend des 11. April 1945 begann der Stephansdom zu brennen. Aus dem Dach schlugen deutlich sichtbar Flammen und Rauch. Der 500 Jahre alte Dachstuhl aus Lärchenbalken brannte lichterloh. Das Feuer wütete noch zwei Tage weiter, bis die Dachkonstruktion einstürzte und mitsamt Teilen des Gewölbes in das Mittelschiff herunterkrachte. Auch die 20 Tonnen schwere Pummerin im hohen Südturm fiel mit einem ungeheuren Krach herunter und zerschellte am Boden. Vorher schon hatte die alte Orgel auf der Westempore noch einmal aufgeheult, als die glutheiße Luft in die Orgelpfeifen drang – "als ob der Dom im Untergang seine Klage herausschreien würde", wie es in einem Werk über den Stephansdom heißt.
Der Stephansdom ist ein nationales Symbol, im damals zu 90 Prozent katholischen Österreich noch mehr als heute. Der Brand erschütterte die Zeitgenossen, auch diejenigen, die in der Apokalypse der zusammenbrechenden Nazi-Herrschaft mit dem Überleben beschäftigt waren. Der österreichische Diplomat und Patriot Josef Schöner schrieb in sein Tagebuch: "Nach 500 Jahren, nach den Stürmen der Türkenzeit, ist es endlich den Nazischweinen gelungen, dieses Kleinod zu zerstören."
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Wie großer Schrecken und schwache Hoffnung vor 80 Jahren die letzten dramatischen Wochen des Zweiten Weltkriegs und der Diktatur Wochen bestimmten
Am Abend des 11. April 1945 begann der Stephansdom zu brennen. Aus dem Dach schlugen deutlich sichtbar Flammen und Rauch. Der 500 Jahre alte Dachstuhl aus Lärchenbalken brannte lichterloh. Das Feuer wütete noch zwei Tage weiter, bis die Dachkonstruktion einstürzte und mitsamt Teilen des Gewölbes in das Mittelschiff herunterkrachte. Auch die 20 Tonnen schwere Pummerin im hohen Südturm fiel mit einem ungeheuren Krach herunter und zerschellte am Boden. Vorher schon hatte die alte Orgel auf der Westempore noch einmal aufgeheult, als die glutheiße Luft in die Orgelpfeifen drang – "als ob der Dom im Untergang seine Klage herausschreien würde", wie es in einem Werk über den Stephansdom heißt.
Der Stephansdom ist ein nationales Symbol, im damals zu 90 Prozent katholischen Österreich noch mehr als heute. Der Brand erschütterte die Zeitgenossen, auch diejenigen, die in der Apokalypse der zusammenbrechenden Nazi-Herrschaft mit dem Überleben beschäftigt waren. Der österreichische Diplomat und Patriot Josef Schöner schrieb in sein Tagebuch: "Nach 500 Jahren, nach den Stürmen der Türkenzeit, ist es endlich den Nazischweinen gelungen, dieses Kleinod zu zerstören."
1945: Hans Rauscher über das Kriegsende und ein neues Österreich
Wie großer Schrecken und schwache Hoffnung vor 80 Jahren die letzten dramatischen Wochen des Zweiten Weltkriegs und der Diktatur bestimmten