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Nachrichten aus dem Rest der Welt

„Härtester Job der Welt“: Vier Pläne für die Rettung der UNO
Zwei Frauen und zwei Männer präsentierten in New York ihre Visionen für die Zukunft der Vereinten Nationen. Alle wollen Reformen, aber was kann der nächste Generalsekretär wirklich ausrichten?
Es ist erst das zweite Mal, dass dieses globale Bewerbungsgespräch in solch einem Setting stattfand. Vier Kandidaten, die je drei Stunden Fragen von Diplomaten der UN-Mitgliedsländer und zivilgesellschaftlichen Organisationen entgegennahmen – ihre Antworten wurden live in alle Welt übertragen. Der Job, den die zwei Frauen und zwei Männer anstreben, ist „einer der härtesten der Welt“, da redete Annalena Baerbock nicht um den heißen Brei herum. Die Präsidentin der UN-Generalversammlung leitete diese Woche die sogenannten Interactive Dialogues mit den vier Bewerbern. Sie alle wollen am 1. Jänner 2027 in den 38. Stock des UN-Hauptquartiers ziehen und damit Generalsekretär António Guterres beerben. Hart sei der Job, ja, aber eben auch immens wichtig, sagte Baerbock noch. Vom nächsten UN-Generalsekretär hänge nichts weniger als das Weiterbestehen der multilateralen Institution ab.

Die Krisen in und um die Vereinten Nationen lassen sich nicht schönreden. Vor zehn Jahren, als Guterres gewählt wurde, fanden die Interactive Dialogues zum ersten Mal statt – seither ist die Welt nicht mehr wiederzuerkennen. Baerbock verwies auf die multiplen Konflikte hin, die neuen Kriege, die Klimakrise, auf die rasante technologische Evolution und nicht zuletzt auf den „politischen und finanziellen Druck“ auf die Vereinten Nationen. Wie wollen die vier Kandidaten also die UNO retten, in Zeiten ständiger Verletzungen der UN-Charta? Ganz konkrete Ansätze erfuhr man in diesem Stadium der Bewerbungen zwar nicht wirklich, aber alle vier waren sich einig: Reformen müssten her, Sparmaßnahmen und Effizienz seien notwendig, die UNO müsse sich stärker auf die Säulen Friedenssicherung und Entwicklung besinnen.

 
Weltweite Rüstungsausgaben auf höchstem Stand seit 2009
Die weltweiten Militärausgaben sind im vergangenen Jahr nach Angaben des Friedensforschungsinstituts SIPRI auf fast drei Billionen Dollar gestiegen. Die globalen Rüstungsausgaben kletterten 2025 um 2,9 Prozent auf 2,89 Billionen Dollar, teilte die Organisation heute mit. Dies entspreche 2,5 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung und sei der höchste Wert seit 2009.

In den USA sanken die Ausgaben dagegen – laut SIPRI wohl nur vorübergehend – um 7,5 Prozent auf 954 Milliarden Dollar. Als Hauptgrund nannten die Experten den Stopp neuer finanzieller Militärhilfen für die Ukraine durch US-Präsident Donald Trump. In den drei Vorjahren hatten sich die US-Hilfen für das Land noch auf insgesamt 127 Milliarden Dollar belaufen.

Europa als Haupttreiber des Anstiegs
Haupttreiber des weltweiten Wachstums war Europa mit einem Anstieg von 14 Prozent auf 864 Milliarden Dollar. Neben den anhaltend hohen Ausgaben Russlands und der Ukraine im vierten Jahr des Krieges sorgten vor allem die europäischen Nato-Staaten für das stärkste Wachstum in Mittel- und Westeuropa seit Ende des Kalten Krieges.

 
Migrationsbericht: Höchststand bei Vertreibungen
Mehr Menschen als je zuvor sind Vertriebene. Das geht aus dem Weltmigrationsbericht 2026 der Internationalen Organisation für Migration (IOM) hervor, der heute veröffentlicht wurde. Über 120 Millionen Menschen waren Ende 2024 Vertriebene.

Dabei waren insgesamt mehr als 83 Millionen Menschen innerhalb ihres Landes auf der Flucht. Allein im Jahr 2024 habe es geschätzt 65,8 Millionen neue Binnenvertreibungen gegeben, dabei waren Naturkatastrophen die häufigste Ursache.

Fluchtursachen haben sich verändert
70 Prozent bzw. rund 45,8 Millionen Binnenvertreibungen im Jahr 2024 seien auf Ereignisse wie Überschwemmungen, Stürme und Dürren zurückzuführen und 20,1 Millionen auf Konflikte und Gewalt.

Die Zahl sei die höchste, die in der Neuzeit verzeichnet wurde. Es seien auch mehr als doppelt so viele Binnenvertreibungen als noch vor etwas mehr als einem Jahrzehnt, sagte die IOM.

Brennpunkt Sudan
Der Sudan hatte 2024 die höchste Zahl an Binnenvertriebenen, nämlich 11,6 Millionen. Das sei bedingt durch den seit 2023 tobenden Bürgerkrieg und die damit zusammenhängende katastrophale humanitäre Lage im Land. Die Zahl der sudanesischen Flüchtlinge und Asylsuchenden erreichte 2024 2,8 Millionen und stieg damit in einem Jahr um rund eine Million.

 
Hunger und echte Not: Wegschauen geht gar nicht
266 Millionen Menschen waren 2025 von akuter Ernährungsunsicherheit bedroht, dramatisch viele Menschen hungern. Die Hilfe für sie? Sie sinkt

Die Welt blickt bangend auf Kriege und ihre Folgen, derzeit vor allem auf jenen im Iran, der laut dem US-Präsidenten bereits vorbei ist. Die Auseinandersetzung beschert uns allen ein gerüttelt Maß an Problemen; Energiepreise, Inflation, Arbeitslosigkeit steigen. Österreich kämpft zudem mit den Auswirkungen der Wirtschaftspolitik (Wirtschaftspolitik?) früherer Regierungen. Der Staatshaushalt ist aus dem Lot, ein Sparpaket folgt dem anderen.

Entwicklungen und Befindlichkeiten, die aber leider auch den Blick aufs wahre Elend verstellen. Vorige Woche gab das Globale Netzwerk gegen Hungerkrisen (GNAFC) im "Global Report on Food Crises 2026" bekannt, dass die Zahl der hungernden Menschen weltweit auf einem "dramatisch hohen Niveau" bleibe. 2025 waren demnach 266 Millionen Menschen in 47 Ländern von akuter Ernährungsunsicherheit bedroht. Der akute Hunger habe sich im vorigen Jahrzehnt verdoppelt. 2025 wurden Hungersnöte in Teilen des Gazastreifens und des Sudan bestätigt, die größten Ernährungskrisen betreffen Afghanistan und den Jemen und diese Krisen treffen zunehmend eine Kerngruppe bestimmter Länder. Rund 35,5 Millionen Kinder in 23 von Ernährungskrisen betroffenen Ländern waren laut dem Bericht akut mangelernährt.

Geholfen wurde 2025 freilich weniger als zuletzt: Die finanzielle Unterstützung sank – aufs Niveau von 2016. Allerhöchste Zeit zu helfen – so viel muss drin sein. Auch und gerade jetzt. (Renate Graber, 5.5.2026)

 
USA geben UNO 1,8 Mrd. für humanitäre Hilfe
Die USA unterstützen die Vereinten Nationen mit 1,8 Milliarden Dollar (etwa 1,5 Milliarden Euro) für humanitäre Zwecke. Das Geld werde dabei helfen, „Millionen von Menschen in den größten Krisenregionen mit lebensrettender Unterstützung zu erreichen“, sagte UNO-Generalsekretär Antonio Guterres gestern. Zuvor hatten die USA dem Nothilfebüro der Vereinten Nationen (OCHA) im Dezember bereits zwei Milliarden Dollar gegeben.

Vor dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump waren die finanziellen Zuwendungen der USA an OCHA allerdings teilweise um ein Vielfaches höher gewesen. Zudem schulden die USA der finanziell stark unter Druck stehenden UNO weiter Milliarden an Mitgliedsbeiträgen – nach UNO-Angaben rund zwei Milliarden Dollar im regulären Budget und rund 2,2 Milliarden Dollar im Budget für Friedensmissionen.

 
Zeit der Gereiztheit
Die gesellschaftliche Polarisierung ist in den USA besonders stark – aber nicht nur dort

Die berühmte schnelle Zunge des deutschen Kanzlers hat wieder zugeschlagen: "Ich würde meinen Kindern heute nicht empfehlen, in die USA zu gehen, dort ausgebildet zu werden und dort zu arbeiten, einfach weil sich dort plötzlich ein gesellschaftliches Klima entwickelt hat", sagte Friedrich Merz am Katholikentag in Würzburg bei einer Diskussion mit jungen Menschen.

Das gesellschaftliche Klima habe sich dort rasant verändert, so Merz: "Heute haben die Bestausgebildeten in Amerika große Schwierigkeiten, einen Job zu finden." Aber Merz meinte wohl auch die gesellschaftliche Polarisierung, die sich durch das ganze Land zieht.

Giftig, aggressiv
Das ist in den USA besonders ausgeprägt, aber man kann dieses Phänomen auch in Europa antreffen. Der Ton in der Politik, aber auch in der öffentlichen Auseinandersetzung, ganz besonders in den sogenannten sozialen Medien, ist schon seit längerem giftig, aggressiv, permanent empört geworden. Man könnte es das "Zeitalter der Gereiztheit" nennen.

Was heute so durchgeht, wäre noch vor zwei, drei Jahrzehnten unmöglich gewesen. Sicher, der Rechtspopulismus hat mit seinem Schüren von Ressentiments dazu massiv beigetragen. Aber das ist nicht alles. Wir scheinen in einer Zeit der permanenten Wutbürger zu leben. Vorschlag: Hören wir uns einmal selbst zu, was wir so als Umgangston für selbstverständlich empfinden – und denken einmal kurz nach. (Hans Rauscher, 15.5.2026)

 
Die Uno ist unverzichtbar!
Das aktuelle Bashing der Vereinten Nationen ist absolut kontraproduktiv, da es keinerlei globale Ersatzmöglichkeiten gibt

In der unübersichtlichen und durch Krisen verschärften Gegenwart mit über 123 Millionen Kriegs- und Binnenflüchtlingen sind die Vereinten Nationen wichtiger denn je. Obwohl schon seit den Tagen von US-Präsident Ronald Reagan die Uno immer wieder heftig kritisiert und finanziell sowie politisch ausgehungert wird, ist sie derzeit die einzige globale Institution, die zumindest ansatzweise bei den furchtbaren Folgen von exzessiver Kriegsgewalt, Bürgerkriegen und militärischen Interventionen Überlebenshilfe und Konflikteindämmung anbieten kann.

Das aktuelle Bashing der Uno ist absolut kontraproduktiv, da es keinerlei globale Ersatzmöglichkeiten gibt. Umso begrüßenswerter ist es, dass Außenministerin Beate Meinl-Reisinger aktiv und mit großem Engagement einen der nicht ständigen Sitze im UN-Sicherheitsrat für Österreich erringen möchte. Nach Jahrzehnten des politischen Desinteresses zahlreicher Bundesregierungen an der Uno trotz der Tatsache, dass in Wien der dritte Amtssitz der Vereinten Nationen ist, bewegt sich langsam etwas in Richtung einer intensiveren österreichischen Interessenbekundung für die Aufgaben, aber letztlich auch für das Überleben der Uno.

Eigentlich bräuchte der gesamte rechtliche und politische Rahmen der Vereinten Nationen eine umfassende Reform, aber das ist angesichts der völlig divergierenden Interessen der Groß- und Mittelmächte derzeit nicht zu machen. Umso wichtiger ist es, die zentralen Aufgaben bei aller punktueller Kritik an UNO-Einsätzen zu unterstützen.

 
Das sind die weltweit besten Städte, in die man 2026 umziehen sollte
Zeit, auszuwandern? In diesen Metropolen sollen sich Expats am wohlsten fühlen

Wer hat nicht schon einmal darüber nachgedacht, seinen Lebensmittelpunkt in ein anderes Land, eine andere Stadt zu verlagern? Für einen besseren Job, ein angenehmeres Klima oder einfach, weil dort ein anderes Alltagstempo herrscht. Ein neues weltweites Ranking zeigt, welche Städte sich besonders gut zum Leben eignen.

Die Rangliste, erstellt von Global Citizen Solutions, einer Beratungsfirma für Aufenthalts- und Staatsbürgerschaftsprogramme, beschränkt sich dabei nicht nur auf schöne Kulissen oder niedrige Steuern. Im Mittelpunkt stehen Faktoren, die bei einem Umzug wirklich zählen: Gesundheitsversorgung, Sicherheit, Bezahlbarkeit und soziales Leben. Bewertet wurden 35 Städte auf sechs Kontinenten.

Rang vier für Wien
Die Analysten griffen auf frei verfügbare Datensätze zurück und bewerteten jede Stadt auf einer Skala von 0 bis 100. Jede Kategorie wurde unterschiedlich gewichtet. Am stärksten flossen Sicherheit und Gesundheitsversorgung ein – zwei Faktoren, die bei langfristigen Auswanderungsentscheidungen besonders wichtig sind.

2026 liegt demnach Lissabon an der Spitze. Die portugiesische Hauptstadt schneidet bei allen Indikatoren durchwegs gut ab, anstatt wie manche andere Destinationen in nur einer einzelnen Kategorie zu führen. Sie gehört zu den günstigsten Hauptstädten im Ranking, zählt zu den Städten mit der geringsten Luftverschmutzung und weist eine höhere Sicherheitsbewertung auf als Städte wie Paris, Rom und Barcelona.

 
Keine Einigung auf Stärkung von Atomwaffensperrvertrag
Trotz wochenlanger Verhandlungen über den Atomwaffensperrvertrag haben sich die Unterzeichnerstaaten nicht auf eine Stärkung des Abkommens einigen können.

Die elfte Überprüfungskonferenz bei der UNO in New York ging Freitag (Ortszeit) ohne Ergebnis zu Ende. „Trotz unserer größten Bemühungen ist die Konferenz meines Erachtens nicht in der Lage, eine Einigung über die inhaltlichen Ziele zu erzielen“, sagte Konferenzpräsident Do Hung Viet. Er werde deshalb kein Abschlussdokument zur Abstimmung vorlegen.

Die Verhandlungen über die Zukunft des Vertrages dauerten seit Ende April an, Themen waren unter anderem die Atomprogramme des Iran und Nordkoreas sowie die Befürchtung eines atomaren Wettrüstens.

Vertrag bleibt in Kraft
Während der Gespräche wurden vorliegende Einigungsentwürfe nach Angaben aus Teilnehmerkreisen immer mehr verwässert – trotzdem konnten sich die Staaten letztlich nicht auf ein Abschlusspapier einigen. Die Verhandlungen wurden dadurch erschwert, dass Beschlüsse zum Atomwaffensperrvertrag im Konsens gefasst werden müssen.

 
Wer einen Krieg beginnt, verliert
Von 1914 bis heute haben militärische Angriffe fast nie ihr Ziel erreicht. Das mussten zuletzt Putin und Trump erfahren – und in Zukunft vielleicht Chinas Machthaber

Die vielen blutigen Konflikte der Gegenwart – von der Ukraine bis zum Iran – bieten genügend Grund zur Verzweiflung. Aber ein kleiner Hoffnungsschimmer zeigt sich auch: Wenn Politiker und Militärs aus den Ereignissen die richtigen Schlüsse ziehen, dann wird es in Zukunft womöglich weniger Angriffskriege geben. Denn seit mehr als 100 Jahren gilt eine Grundregel der Außenpolitik: Wer einen Krieg beginnt, der verliert ihn mit großer Wahrscheinlichkeit – oder kann ihn zumindest nicht gewinnen. Das geschieht unabhängig davon, ob ein legitimer Kriegsgrund vorliegt oder nicht.

Das trifft auf den Ersten Weltkrieg zu, der von Österreich-Ungarn vom Zaun gebrochen wurde, und noch mehr für NS-Deutschland und Japan im Zweiten Weltkrieg. Aber auch in der Zeit seit 1945 lässt sich kaum ein Beispiel finden, in dem ein Aggressor seine Kriegsziele erreichen konnte. Nordkorea eroberte Südkorea nicht, die arabischen Staaten verloren ihre Angriffskriege gegen Israel, die Sowjetunion ging in Afghanistan unter, der irakische Diktator Saddam Hussein scheiterte mit der Invasion von Kuwait, Serbien unter Slobodan Milošević tat es in Kroatien und Bosnien-Herzegowina.

Die USA haben seit 1945 keinen einzigen bedeutenden militärischen Sieg erzielt – sei es in Vietnam, Afghanistan oder Irak. Manchmal war es eine internationale Allianz, die sich dem Angreifer entgegenstellte, in anderen Fällen eine lokale Bevölkerung oder Regime, die sich dank asymmetrischer Kriegsführung behaupten konnten. Was als kurzer Krieg oder "militärische Spezialoperation" gedacht war, mündete allzu oft in ein jahrelanges militärisches Fiasko mit hohen Opferzahlen.

 
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