Eine sehr einseitige Sichtweise. Dein Vater hat nix gelernt und ist entsprechend untergekommen. Bildung lohnt sich immer. Klar, gab es Seilschaften, will ich nicht leugnen. Die gibt es heute immer noch und auch in Deutschland. Es bereichern sich immer Leute. Aber in wie fern ist es heute anders/besser als damals? Der Vergleich ist wichtig. Aber Du versuchst alles schlecht zu machen. Mein Vater ist gut rumgekommen, sowohl damals in Jugoslawien als auch im Ausland auf Montage. Auch Energo-Invest hatte viele globale Aufträge. Nicht vergleichbar mit westlichen Firmen aber besser als heute und für die Verhältnisse ganz ok. Ein Kranhersteller aus meiner Heimatstadt hatte über Italien seine Kräne nach Europa verkauft. Sowas gibt es heute kaum noch.
Ich kenne viele ähnliche Fälle auch aus anderen Unternehmen. Sehr viele.
Bitte belegen. Ein Vergleich wäre auch gut. Es ist allerdings was Bosnien angeht, viel schlimmer geworden. Nicht nur Partei/Ethnizität und Connection zählt. Da werden Uni- und Ausbildungs-Abschlüsse einfach verkauft. Jobs auch. In der Form gab es das nicht, jedenfalls nicht so extrem. Da weiß heutzutage teilweise eine Krankenschwester nicht wie man Blut abnimmt. Echt wahr. Die Krankenhäuser zumindest in den Großstädten waren gut. Weiß ich aus eigener Erfahrung. Plus gratis Behandlung. Heute muss man für Schund noch hinblättern.
Bildungsabschlüsse in Bosnien sind häufig gefälscht - das ergab eine Recherche des Onlinemagazins Zurnal aus Sarajevo. Mit diesen Abschlüssen, wie etwa in der Krankenpflege, wanderten viele Bürger Bosniens aus, um in anderen EU-Ländern zu arbeiten. Damit kommt das Problem auch nach Deutschland.
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Also mein Vater hat nichts gelernt, ich kenne keinen Menschen der wissenshungriger ist als er, er wäre so gerne weiter in die Schule gegangen konnte und durfte er nicht. Ja Schule Zahlt sich aus für die die durften und konnten.
Mit 14 Jahren konnte er die ganze Statik eines Gebäudes ausrechnen, kann er immer noch. Er spielt Geige und Šargia beide Instrumente hat er gelernt zu spielen obwohl er selbst keins hatte. Später hat er gelernt beide Instrumente selbst zu bauen. In der Schweiz hat er es vom Tellerwäscher bis zum Hotelmanager geschafft, sein Chef hat ihn jede Menge Weiterbildungen finanziert.
Das System in Yu hat meinen Vater nicht erlaubt weiter zu kommen wie vielen anderen auch.
Die Korruption war früher wesentlich schlimmer es waren ja mehr staatliche Unternehmen als Private da.
Yu hatte mit Tito dem eigentlichen Gründer der Blockfreien Staaten einen Vorteil, Yu war innovativer als jedes Afrikanische Land und für den Export nach Afrika waren Yu-Produkte gut genug.
Doch im Verhältnis mit der westlichen Produktion war Yu ein Entwicklungsland.
Die staatlichen Betriebe sind alle ineffektiv nicht nur in Yu, weil hier der Gewinn nicht so wichtig ist kommt die Vetternwirtschaft dazu Leute werden eingestellt die man mag oder kennt.
Die theoretische Ausbildung in YU und heute in ExYu Länder ist immer noch ausgezeichnet, ich habe mir mal die Metzger-Schulbücher aus Yu Zeiten angeschaut, da waren chemische und physikalische Sachen beschrieben, die ich erst als Fleischereitechniker gelernt habe. Gewaltig was sie theoretisch gelernt haben nicht vergleichbar mit meiner Metzgerlehre. Doch ich konnte nach drei Jahren lehre Vollwertig arbeiten einen Yu Metzger nach der Schule war im praktischen nicht fähig mitzuhalten.