Beinahe vergessen, warum er die Hymne nicht singen wollte
Rätselhafte Hymnenverweigerer
Warum ein Ukrainer seine Staatsbürgerschaft riskiert, weil er die Bundeshymne nicht singen wollte
Ein Ukrainer hat sich bei der Verleihung der Staatsbürgerschaft im niederösterreichischen Baden geweigert, die Bundeshymne zu singen, wie es Vorschrift ist. Daraufhin wurde ihm die bereits gewährte Staatsbürgerschaft wieder entzogen und er selbst von Udo Landbauer (FPÖ) und Matthias Zauner (Landesgeschäftsführer ÖVP NÖ) schwer gerügt: "hohes Gut", "kein Geschenk". Unklar war zunächst, warum der undankbare Ukrainer nicht singen wollte. Weil ihm die schwere getragene Weise zu schleppend ist? Oder hat er als eifriger Neo-Österreicher auf der Website des Bundeskanzleramtes nachgesehen und zu seinem Entsetzen erfahren, dass die Musik der Bundeshymne "nach neuerer Forschung" eher nicht von Wolfgang Amadeus Mozart, sondern von Johann Baptist Holzer (1753–1818) stammt?
War ihm, wie manchen autochthonen Österreichern, nicht recht, dass seit einigen Jahren im Text der Hymne von Paula von Preradović jetzt auch von den Töchtern die Rede ist ("Heimat bist du großer Töchter und Söhne")? War ihm der Text insgesamt zu pathetisch ("vielgerühmtes Österreich")?
Nein, er ist laut Puls 24 Mitglied der Sekte der Zeugen Jehovas, und die verweigern u. a. den Militärdienst (nicht Zivildienst) und "Handlungen, die den Staat verherrlichen". Also, das geht natürlich net in unserem schönen Niederösterreich! Wer ist der Jehova überhaupt? Der klingt so verdächtig ausländisch! (Hans Rauscher, 12.12.2024)
Warum ein Ukrainer seine Staatsbürgerschaft riskiert, weil er die Bundeshymne nicht singen wollte
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