- Registriert
- 13 Juli 2004
- Beiträge
- 143.286
So hätte sich Österreich seine Budgetmisere ersparen können
Dieser Tage zeigt sich wieder, warum eine strikte Haushaltspolitik ohne neue Schulden vernünftig ist. Aber das erfordert einen politischen Willen, der hierzulande fehlt
In diesem Im-Fokus-Newsletter schaut Eric Frey, Leitender Redakteur, ein paar Jahre in Österreichs Fiskalpolitik zurück und analysiert, was man hätte anders machen können.
Es ist kein allzu ehrgeiziges Sparpaket, das die Bundesregierung für die nächsten zwei Jahre geschnürt hat. Aber es reicht für Protestrufe aus allen betroffenen Gruppen – von den Banken bis zu den Pensionsbeziehern und Teilzeitkräften. Darüber, dass gespart werden muss, sind sich die meisten einig, aber es soll bei den anderen geschehen, lautet das Motto. Am Ende wird auch dieser politische Kraftakt der Koalitionsparteien nicht reichen, warnen Wirtschaftsforscher. Sie werden dann erneut an der Sparschraube drehen müssen, was der Opposition und allen voran der FPÖ neues Futter für populistische Attacken gibt.
Aber Österreich hätte sich vieles von dem ersparen können, völlig ohne schmerzhafte Einschnitte. Frühere Regierungen hätten sich bloß an die alte Bauernregel halten können: "Spare in der Zeit, so hast du in der Not." Oder an die Weisheit von Josef aus der Bibel, der dem Pharao sieben fette und sieben magere Jahre voraussagt und ihn dadurch zu vorausschauender Vorratshaltung motivierte. Oder an die Einsichten des britischen Ökonomen John Maynard Keynes, der zwar Schuldenmachen in Zeiten der Rezession empfahl, aber Schuldenabbau in wirtschaftlich guten Zeiten. Vergessen wir nicht die Fiskalregeln der EU. Die sehen nicht nur ein maximales Haushaltsdefizit von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) vor, sondern seit dem Fiskalpakt von 2012 auch ein strukturell ausgeglichenes Budget – sprich keine neuen Schulden, wenn sich die Wirtschaft im Normalzustand befindet.
www.derstandard.at
Dieser Tage zeigt sich wieder, warum eine strikte Haushaltspolitik ohne neue Schulden vernünftig ist. Aber das erfordert einen politischen Willen, der hierzulande fehlt
In diesem Im-Fokus-Newsletter schaut Eric Frey, Leitender Redakteur, ein paar Jahre in Österreichs Fiskalpolitik zurück und analysiert, was man hätte anders machen können.
Es ist kein allzu ehrgeiziges Sparpaket, das die Bundesregierung für die nächsten zwei Jahre geschnürt hat. Aber es reicht für Protestrufe aus allen betroffenen Gruppen – von den Banken bis zu den Pensionsbeziehern und Teilzeitkräften. Darüber, dass gespart werden muss, sind sich die meisten einig, aber es soll bei den anderen geschehen, lautet das Motto. Am Ende wird auch dieser politische Kraftakt der Koalitionsparteien nicht reichen, warnen Wirtschaftsforscher. Sie werden dann erneut an der Sparschraube drehen müssen, was der Opposition und allen voran der FPÖ neues Futter für populistische Attacken gibt.
Aber Österreich hätte sich vieles von dem ersparen können, völlig ohne schmerzhafte Einschnitte. Frühere Regierungen hätten sich bloß an die alte Bauernregel halten können: "Spare in der Zeit, so hast du in der Not." Oder an die Weisheit von Josef aus der Bibel, der dem Pharao sieben fette und sieben magere Jahre voraussagt und ihn dadurch zu vorausschauender Vorratshaltung motivierte. Oder an die Einsichten des britischen Ökonomen John Maynard Keynes, der zwar Schuldenmachen in Zeiten der Rezession empfahl, aber Schuldenabbau in wirtschaftlich guten Zeiten. Vergessen wir nicht die Fiskalregeln der EU. Die sehen nicht nur ein maximales Haushaltsdefizit von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) vor, sondern seit dem Fiskalpakt von 2012 auch ein strukturell ausgeglichenes Budget – sprich keine neuen Schulden, wenn sich die Wirtschaft im Normalzustand befindet.
So hätte sich Österreich seine Budgetmisere ersparen können
Dieser Tage zeigt sich wieder, warum eine strikte Haushaltspolitik ohne neue Schulden vernünftig ist. Aber das erfordert einen politischen Willen, der hierzulande fehlt