„So sieht Demokratie aus“ – Republikaner Mike Lawler, die Buhrufe und der Verlust der Kontrolle
Es begann mit einem Satz, der wie aus einem PR-Lehrbuch klang – und endete in einem Chor aus Buhrufen, Trillerpfeifen und herausgetragenen Bürger:innen:
„Das ist Demokratie“, sagte Republikaner Mike Lawler. Der Saal lachte. Nicht vor Freude, sondern vor Zynismus.
Was sich am Sonntagabend im noblen Somers im Hudson Valley abspielte, war weniger eine Bürgerversammlung als ein Spiegelbild der Angst, die durch das republikanische Establishment zieht – eine Angst, die sich in Regeln, Personal und polierter Rhetorik tarnt, aber in der Realität nicht mehr kontrollierbar ist.
Lawler, Republikaner, Wendehals, ambitionierter Gouverneursanwärter, hatte geladen. Sein Büro schrieb vor: Nur mit Voranmeldung. Keine Aufnahmen. Keine Zwischenrufe. Nur echte Anwohner. Ein Schild am Eingang: „Seien Sie respektvoll.“
Doch die Demokratie, die Lawler beschwor, ließ sich nicht wie ein Theaterstück choreografieren.
Schon die Erwähnung von Bundesgesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. löste erste Buhrufe aus. Wenig später begann eine Frage zu Trumps Zollpolitik – Lawler antwortete ausweichend, lehrmeisterlich, detailarm. Dann bewegten sich Sicherheitskräfte auf eine Frau im oberen Rang zu. Sie wurde aus dem Saal getragen. Warum? Es blieb unklar.
„Lasst sie bleiben!“, rief die Menge.
„Schande! Schande! Schande!“, hallte es durch das Auditorium.
Lawler versuchte sich zu behaupten: „Freunde, Zölle sind viel komplizierter, als ihr sie darstellt.“
Das Publikum stöhnte. Dann wurde erneut jemand entfernt. Und noch jemand. Die Versammlung kippte.
Auf der Bühne ein Mann, der einst vorgab, Volksnähe zu suchen – jetzt isoliert, überfordert, umgeben von Uniformierten, die Menschen abführten, während er versuchte, seine Rhetorik zu retten. Es gelang ihm nicht.